Ratgeber · Stromausfall & Energie

Stromausfall zuhause: Was Sie jetzt tun können – der ruhige 10-Punkte-Plan

Prüfen Sie zuerst, wie groß der Ausfall ist. Danach helfen zehn ruhige Schritte, Licht, Information, Wärme, Wasser und wichtige Kontakte zu ordnen – ohne Panik und ohne Ausrüstungs-Overkill.

  • Die ersten fünf Minuten sicher meistern
  • Zehn Haushaltsbereiche in ruhiger Reihenfolge
  • Druckbarer 10-Punkte-Plan zum Ausfüllen
Aktuell eingeordnet anhand von Bundesnetzagentur, BBK, Verbraucherzentrale und BfRStand: 14.07.2026Kategorie: Stromausfall & Energie
Batterieleuchte, Radio, Powerbank und eine Checkliste liegen geordnet auf einem Tisch für einen Stromausfall bereit

Wenn der Strom ausfällt, ist das zuerst eine praktische Haushaltsstörung – kein Grund zur Panik. Prüfen Sie ruhig, wie groß der Ausfall ist, schaffen Sie sicheres Licht und folgen Sie dann einer klaren Reihenfolge für Information, Energie, Wärme, Essen, Wasser und Menschen mit besonderem Bedarf. Dieser Plan führt Sie ruhig durch die ersten Minuten und die zehn wichtigsten Haushaltsbereiche.

Kurz beantwortet: Schaffen Sie zuerst sicheres Licht und prüfen Sie, ob nur ein Gerät, Ihre Wohnung, das Haus oder auch die Umgebung betroffen ist. Sehen Sie nur die normal zugänglichen Sicherungs- und FI-Schalter an; bei Rauch, Brandgeruch, Funken, Wärme oder Wasser an elektrischen Anlagen schalten Sie nichts wieder ein. Eine Netzstörung melden Sie dem örtlichen Netzbetreiber – die 112 ist für echte Gefahren und medizinische Notfälle da.

  • Jetzt: Licht, Lage, Gefahr, Zuständigkeit.
  • Danach: Information, Energie, Wärme, Essen, Wasser und Menschen.
  • Vorher: Kontakte, Lampen, Radio, Powerbank, Medikamente und Vorrat ordnen.

Wie AllesBereit diesen Plan einordnet: AllesBereit ist keine Behörde. Wir ordnen öffentlich zugängliche Empfehlungen von Bundesnetzagentur, BBK, Verbraucherzentrale und BfR in eine ruhige Haushaltsreihenfolge ein und nennen die Quellen direkt. Es gibt hier keine Testsieger und keine Produktlisten und keine Garantie für Dauer oder Folgen eines Ausfalls. Ergänzen Sie den Plan individuell bei Medizin, Pflege, Behinderung, Haustieren und Gebäudetechnik. Offizielle Hinweise von Netzbetreiber, Kommune, Rettungsdienst oder Behörde haben im Ereignisfall Vorrang.

Wichtig: Dieser Plan bietet allgemeine Haushaltsorientierung. Bei Rauch, Brand, medizinischer Gefahr, beschädigter Elektrik oder anderen akuten Risiken gelten Notruf, örtliche Hinweise und fachliche Anweisungen.

Strom weg: Was Sie in den ersten fünf Minuten tun

Die ersten Minuten entscheiden über Ruhe oder Hektik. Gehen Sie in fünf einfachen Schritten vor, bevor Sie irgendetwas anderes tun.

Grafik: Strom weg – die ersten fünf Minuten in fünf Schritten; 112 nur bei echter Gefahr oder medizinischem Notfall
Die ersten fünf Minuten: sicheres Licht, Umfang prüfen, Gefahr ausschließen, Schalter nur ansehen, richtige Stelle anrufen.

Erstens sicheres Licht: Nehmen Sie eine batteriebetriebene Lampe, Taschen- oder Stirnlampe oder das Handylicht. Wie Sie Ihr Licht bei Stromausfall richtig planen, lesen Sie im eigenen Ratgeber. Kerzen sind nicht die beste Notbeleuchtung und dürfen nie unbeaufsichtigt brennen.

Zweitens den Umfang prüfen: Ist nur ein Gerät, ein Stromkreis, die ganze Wohnung, das Haus oder auch die Straße betroffen? Ein Blick auf beleuchtete Fenster der Nachbarn oder die Straßenbeleuchtung hilft – ohne riskante Erkundung im Dunkeln.

Drittens Gefahr ausschließen: Riechen Sie Rauch oder Brandgeruch, sehen Sie Funken oder Wasser an elektrischen Anlagen, spüren Sie ungewöhnliche Wärme? Dann schalten Sie nichts wieder ein und halten Abstand.

Viertens die zugänglichen Schalter ansehen: Sehen Sie im Sicherungskasten nur die normal zugänglichen Leitungsschutzschalter und den Fehlerstromschutzschalter (FI/RCD) an. Entfernen Sie keine Abdeckung, berühren Sie keine Leitungen, Schrauben oder die Zähleranlage. Einen ausgelösten Schalter drücken Sie höchstens einmal ruhig wieder hoch; löst er erneut aus, stoppen Sie und ziehen einen Elektrofachbetrieb oder die Hausverwaltung hinzu.

Fünftens die richtige Stelle anrufen: Eine reine Netzstörung meldet der örtliche Netzbetreiber, nicht die 112. Wie Sie die Zuständigkeit unterscheiden, zeigt die folgende Übersicht.

Bei Rauch, Funken, Hitze oder Brandgeruch: Nichts einschalten, Abstand halten, Menschen warnen und bei Brand oder akuter Gefahr die 112 wählen. Keine Abdeckung öffnen und keine elektrische Reparatur versuchen.

Netzbetreiber statt Stromanbieter: Für die technische Störung ist in der Regel der örtliche Stromnetzbetreiber zuständig – nicht Ihr gewählter Stromlieferant oder Tarif-Anbieter. Sie finden den Netzbetreiber auf der Stromrechnung, in den Zählerunterlagen oder über eine offizielle Störungsauskunft. Notieren Sie dessen Störungsnummer zusätzlich auf Papier. Ist eine großräumige Störung bereits bekannt, blockieren Sie die Hotline nicht mit wiederholten Anrufen.

Grafik: Wen anrufen – Netzstörung an den örtlichen Netzbetreiber, Gebäude und Elektrik an Hausverwaltung oder Fachbetrieb, akute Gefahr an die 112
Der Stromanbieter ist nicht automatisch der Netzbetreiber.
Wer ist bei welchem Problem zuständig?
Situation Erste sichere Prüfung Zuständige Stelle Wann 112?
Nur ein Gerät ohne Strom Gerät ausstecken, nicht öffnen Hersteller/Elektrofachbetrieb Nur bei Rauch/Funken
Einzelner Stromkreis Zugänglichen Schalter ansehen Elektrofachbetrieb Nur bei Gefahr
Ganze Wohnung, Nachbarn haben Strom Zugängliche Schalter, keine Reparatur Hausverwaltung/Fachbetrieb Nur bei Gefahr
Gesamtes Haus Umfang und Gefahr prüfen Netzbetreiber, ggf. Hausverwaltung Nur bei Gefahr
Straße oder Quartier betroffen Straßenlicht/Nachbarn beobachten Örtlicher Netzbetreiber Nur bei Gefahr
Rauch, Brandgeruch, Funken, Hitze Nichts einschalten, Abstand Feuerwehr Ja, sofort 112
Aufzug mit eingeschlossener Person Notruf im Aufzug, beruhigen Aufzugsnotruf, bei Gefahr Rettung Bei Gefahr 112
Medizinisch notwendiges Gerät fällt aus Individuellen Notfallplan nutzen Versorger/Pflege/Netzbetreiber Bei akuter Gefahr 112

Wie wahrscheinlich ist ein großer Blackout?

Die Sorge vor einem großflächigen Ausfall ist verständlich – und lässt sich sachlich einordnen. Ein Blackout ist nach Definition der Bundesnetzagentur ein flächendeckender, unvorhergesehener und unkontrollierter Netzausfall. Einen solchen umfassenden Netzausfall bewertet die Bundesnetzagentur als äußerst unwahrscheinlich.

Das heißt nicht, dass es gar keine Ausfälle gibt: Lokale Stromausfälle durch Bauarbeiten, technische Defekte, Unwetter oder beschädigte Leitungen kommen vor und können je nach Ursache unterschiedlich lange dauern. Ein regionaler Ausfall ist aber kein Netzzusammenbruch. Die Begriffe helfen beim Einordnen: Ein Stromausfall ist die konkrete Unterbrechung bei Ihrem Haushalt oder Netzbereich, ein Blackout der großflächige unkontrollierte Ausfall, ein Brownout nach Einordnung der Bundesnetzagentur eine gezielte, zeitlich begrenzte netzstabilisierende Maßnahme, um einen Blackout abzuwenden. Die ausführliche Einordnung, wie wahrscheinlich ein Blackout wirklich ist, folgt in einem eigenen Beitrag (in Vorbereitung).

Was 11,7 Minuten bedeuten – und was nicht: Die Bundesnetzagentur ermittelte für 2024 eine durchschnittliche Nichtverfügbarkeit von 11,7 Minuten je angeschlossenem Letztverbraucher (Zehnjahresmittel rund 12,7 Minuten). Erfasst werden gemeldete Versorgungsunterbrechungen von mehr als drei Minuten in Nieder- und Mittelspannungsnetzen; ungeplante Ereignisse höherer Gewalt fließen nicht in diesen SAIDI-EnWG-Wert ein. Der Durchschnittswert beschreibt die allgemeine Versorgungsqualität. Er sagt weder voraus, wie lange ein konkreter Haushalt ohne Strom bleibt, noch bildet er jedes Extremereignis ab.

Stromausfall, Brownout und Blackout unterscheiden
Begriff Was bedeutet er? Typische Ebene Was Haushalte tun
Lokale Stromunterbrechung Konkrete Unterbrechung bei Haushalt oder Netzbereich Wohnung, Haus, Straße, Quartier Ruhig prüfen, melden, Plan abarbeiten
Brownout (BNetzA-Einordnung) Gezielte, begrenzte Maßnahme zur Netzstabilisierung Bestimmte Bereiche, geplant Hinweisen folgen, Verbrauch anpassen
Blackout Großflächiger, unkontrollierter Ausfall Überregional, äußerst unwahrscheinlich Vorbereitet bleiben, nicht in Panik verfallen

Der ruhige 10-Punkte-Plan für zuhause

Sie müssen nicht alles gleichzeitig tun. Der Plan ist eine Reihenfolge, keine Einkaufseskalation – er hilft, den Haushalt Schritt für Schritt zu ordnen. Zu jedem Punkt finden Sie einen kurzen Überblick und, wo sinnvoll, einen Verweis auf die passende Vertiefung. Arbeiten Sie die Punkte in Ruhe ab; vieles ist bereits vorhanden.

Grafik: der ruhige 10-Punkte-Plan mit Licht, Information, Energie, Wärme, Essen, Wasser, Kühlung, Kontakte, Medizin und Miteinander
Erst ordnen, dann vertiefen: die zehn Haushaltsbereiche auf einen Blick.
Der 10-Punkte-Plan auf einen Blick
Punkt Jetzt tun Vorher bereitlegen Vertiefung
1 Licht Sichere Lampe einschalten Lampen, Batterien, Akkus Licht-Ratgeber
2 Information Netzunabhängig informieren Batterie-/Kurbelradio Radio-Ratgeber
3 Energie Handy-Akku priorisieren Geladene Powerbank Powerbank/Powerstation
4 Wärme Wärme im Raum halten Decken, warme Kleidung Wärme-Ratgeber
5 Essen/Kochen Kalt essen oder sicher kochen Haltbare Alltagslebensmittel Kochen-Ratgeber (in Vorbereitung)
6 Wasser/Hygiene Vorhandenes Wasser nutzen Getränke- und Wasservorrat Wasser-Ratgeber (in Vorbereitung)
7 Kühlung Türen geschlossen halten Kühl-/Gefrierthermometer Abschnitt Kühlung
8 Kontakte Papierkontakte nutzen Bargeld, Nummern, Dokumente Notfallordner (in Vorbereitung)
9 Medizin Individuellen Plan abarbeiten Medikamente, Geräteplan Medikamentenplan (in Vorbereitung)
10 Miteinander Nach Menschen sehen Nachbarschaftskontakte Abschnitt Menschen

1. Licht sicher organisieren

Sorgen Sie zuerst für sichere, ruhige Beleuchtung. Batteriebetriebene Lampen, eine Stirnlampe für die Hände und eine standfeste Laterne für den Raum sind sicherer als offene Flammen. Kerzen sind keine bevorzugte Lichtlösung und dürfen nie unbeaufsichtigt oder in der Nähe brennbarer Dinge stehen. Welche Lampen sich lohnen und wie viele sinnvoll sind, erklärt der Ratgeber, in dem Sie Ihr Licht bei Stromausfall richtig planen.

2. Verlässliche Informationen empfangen

Router und Festnetzanschlüsse fallen ohne eigene Stromversorgung meist aus. Mobilfunk und Internet können zunächst funktionieren, bei längeren Ausfällen jedoch überlastet oder eingeschränkt sein. Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio ohne Steckdose ist ein wichtiger, netzunabhängiger Informationsweg; wie moderne Warnwege funktionieren, ist unter DAB+ und ASA verständlich erklärt. Das Radio ersetzt aber keine lokal aktuellen Behördenhinweise, solange Mobilfunk oder Internet noch verfügbar sind.

3. Handy und Energie priorisieren

Ihr Handy ist im Ausfall das wichtigste Gerät. Schließen Sie unnötige Apps, reduzieren Sie die Helligkeit und laden Sie früh über eine geladene Powerbank für den Stromausfall. Für mehr Reserve zeigt der Ratgeber, wann eine Powerstation sinnvoll ist. Ein Notstromaggregat sicher einzuordnen lohnt sich nur bei sicherem Außenstandort – für Handy, Licht und Router genügt fast immer Akkuenergie.

4. Menschen warm halten

Fällt die Heizung aus, halten Sie zuerst die Wärme im Raum: einen Raum nutzen, Türen schließen, Rollläden und Vorhänge zuziehen, warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke bereitlegen. Wie Sie Personen ohne Strom warm halten, vertieft der Wärme-Ratgeber; wie Sie sicher heizen ohne Strom, zeigt der eigene Ratgeber. Betreiben Sie niemals Grill, Generator oder ungeeignete Heizgeräte in Innenräumen.

5. Essen und Kochen sicher lösen

Für kurze Ausfälle reicht oft kaltes Essen aus dem Vorrat. Muss gekocht werden, nutzen Sie nur ausdrücklich für Innenräume zugelassene Geräte streng nach Herstelleranleitung. Ein Campingkocher ist nicht pauschal für die Wohnung freigegeben. Wie Sie kochen ohne Strom und einen Gaskocher sicher verwenden, behandeln eigene Ratgeber. Falls beim Kochen doch einmal Fett Feuer fängt, hilft der Ratgeber, wie Sie einen Fettbrand richtig löschen. Welcher Feuerlöscher zu Küche und Haushalt passt, klärt der eigene Ratgeber.

Niemals drinnen verbrennen: Grill, Holzkohlegrill, benzin- oder dieselbetriebener Generator und nicht ausdrücklich für Innenräume vorgesehene Verbrennungsgeräte gehören niemals in Wohnung, Keller, Garage, Carport oder andere geschlossene beziehungsweise teilweise geschlossene Bereiche. Ein CO-Melder macht eine ungeeignete Nutzung nicht sicher.

6. Wasser und Hygiene im Blick behalten

Die Wasserversorgung bleibt bei einem kurzen Stromausfall häufig zunächst erhalten. Bei längeren oder größeren Ausfällen können Pumpen, Druckhaltung, Aufbereitung oder die Versorgung einzelner Gebäude beeinträchtigt sein. Beachten Sie Hinweise des örtlichen Wasserversorgers und der Kommune und greifen Sie im Zweifel auf Ihren vorhandenen Getränke- und Wasservorrat zurück. Es ist nicht nötig, während einer Störung unkontrolliert alle Behälter zu füllen. Wie Sie Trinkwasser sinnvoll bevorraten und eine Notfalltoilette bei Wasserausfall planen, zeigen eigene Ratgeber.

7. Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen halten

Halten Sie Kühl- und Gefriergerät geschlossen und öffnen Sie sie nicht unnötig. Eine starre Stundenzahl gibt es nicht – wie lange die Kälte hält, hängt von Füllgrad, Isolierung, Raumtemperatur, Ausgangstemperatur und Öffnungen ab. Ein Kühl- oder Gefrierthermometer hilft bei der Einschätzung. Tiefkühlgeräte können nach BfR-Einordnung bei reichlicher Füllung und geschlossener Tür viele Stunden ausreichend kalt halten. Details zur Beurteilung finden Sie weiter unten im eigenen Kühlschrank-Abschnitt.

8. Bargeld, Telefonnummern und Dokumente bereitlegen

Ohne Strom funktionieren Kartenzahlung, elektronische Türöffner und digitale Notizen oft nicht. Halten Sie deshalb eine kleine, alltagstaugliche Bargeldreserve, die wichtigsten Telefonnummern und Kopien wichtiger Dokumente auch auf Papier bereit. Ein fester, bekannter Ablageort spart im Ernstfall Zeit. Wie Sie wichtige Unterlagen und Kontakte ordnen, zeigt der Notfallordner-Ratgeber.

9. Medikamente und medizinische Geräte absichern

Wer auf elektrisch betriebene medizinische oder pflegerische Geräte angewiesen ist, braucht einen individuellen Notfallplan – abgestimmt mit Hersteller, medizinischem Versorger, Pflegedienst, behandelnder Stelle und gegebenenfalls dem Netzbetreiber. Zu klären sind unter anderem Spannung und Anschlussart, interne Akkulaufzeit, Überbrückungszeit, eine sichere Ersatzstromquelle, ein Lade- und Wechselplan, eine Anlaufstelle mit Strom und die Kühlung notwendiger Medikamente. Eine Powerbank oder ein Generator ist dafür keine pauschale Lösung. Medikamentenplan und Hausapotheke behandeln eigene Ratgeber (in Vorbereitung). Bei akuter gesundheitlicher Gefahr gilt immer die 112.

10. Kinder, Senioren, Nachbarn und Haustiere mitdenken

Ein Stromausfall ist auch eine soziale Situation. Erklären Sie Kindern ruhig und konkret, was passiert, bleiben Sie zusammen in einem Raum und geben Sie kleine Aufgaben – das nimmt die Angst. Sehen Sie früh nach älteren oder pflegebedürftigen Menschen in der Nachbarschaft und klären Sie, wer wen unterstützt. Denken Sie an Haustiere: Wasser, Futter und eine ruhige Umgebung. Ausführliches zu Senioren und Pflege finden Sie im nächsten Abschnitt.

Was Mieter und Mehrfamilienhäuser zusätzlich beachten

In Mehrfamilienhäusern kommen einige Punkte hinzu. Fällt der Strom aus, funktionieren Aufzug und elektrische Türöffner meist nicht mehr; der Hausflur kann dunkel sein. Halten Sie eine Lampe griffbereit und nutzen Sie das Treppenhaus vorsichtig. Blockieren Sie keine Gemeinschaftsflächen und halten Sie Brandschutztüren geschlossen – sie sind kein Hindernis, sondern Schutz.

Für die Haustechnik ist in der Regel die Hausverwaltung oder ein beauftragter Fachbetrieb zuständig. Melden Sie Störungen an gemeinschaftlichen Anlagen dorthin und nehmen Sie keine eigenmächtige Hausinstallation vor. Betreiben Sie niemals einen Generator auf dem Balkon, im Keller, in der Garage oder im Treppenhaus – die Abgase sind lebensgefährlich. Ein kurzer Draht zur Nachbarschaft hilft allen: Wer hat eine Lampe, wer braucht Unterstützung, wer ist auf Hilfe angewiesen? Gerade in größeren Häusern ist das ruhige Miteinander die wirksamste Vorsorge.

Senioren, Pflege und medizinische Geräte vorab klären

Für ältere Menschen und Personen mit Pflege- oder Unterstützungsbedarf sollten die wichtigsten Dinge schon vor einem Ausfall geklärt sein – ruhig und würdevoll, nicht dramatisierend. Legen Sie die wichtigsten Kontakte auf Papier bereit: Angehörige, Pflegedienst, Hausarzt und den Netzbetreiber. Prüfen Sie, ob ausreichend Medikamente vorhanden sind und wie ein Hausnotruf im Ausfall funktioniert.

Denken Sie an elektrische Hilfsmittel: Hörgeräte und ihre Batterien, Brillen, Gehhilfen und Lampen an einem festen Ort. Treppenlift und Aufzug stehen bei Stromausfall meist still – klären Sie vorab, wie eine Person dann sicher versorgt wird oder ob eine alternative Unterkunft nötig sein könnte. Für stromabhängige medizinische Geräte braucht es einen eigenen, individuell abgestimmten Plan (siehe Punkt 9). Bei akuter gesundheitlicher Gefahr gilt immer die 112. Ein Stromausfall ist nicht pauschal ein Notfall – für einzelne Menschen mit medizinischen Geräten kann er aber sehr schnell zu einem werden.

Stromabhängige Hilfsmittel brauchen einen eigenen Plan: Beziehen Sie Hersteller, medizinischen Versorger, Pflegedienst und behandelnde Stelle vorab ein. Klären Sie Akkulaufzeit, Überbrückung, Ersatzstromquelle und eine Anlaufstelle mit Strom. Bei akuter gesundheitlicher Gefahr wählen Sie die 112.

Kühlschrank, Gefrierschrank und Lebensmittel prüfen

Die wichtigste Regel lautet: Türen geschlossen halten. Jede Öffnung lässt Kälte entweichen. Eine feste Stundenzahl, wie lange Lebensmittel sicher bleiben, gibt es nicht – zu viele Faktoren spielen mit. Nutzen Sie ein vorhandenes Kühl- oder Gefrierthermometer und beachten Sie die Angaben im Gerätehandbuch. Tiefkühlgeräte halten nach BfR-Einordnung bei reichlicher Füllung und geschlossener Tür viele Stunden ausreichend kalt.

Nach dem Ausfall beurteilen Sie Lebensmittel nach Art: Aufgetautes Speiseeis entsorgen Sie. Rohe tierische Lebensmittel, die vollständig aufgetaut sind, frieren Sie nicht ungeprüft wieder ein – im Zweifel erst durcherhitzen oder entsorgen. Angetaute pflanzliche oder bereits gegarte Lebensmittel lassen sich häufig noch verwenden, wenn sie kühl geblieben sind. Verlassen Sie sich dabei nicht allein auf eine Geruchsprobe. Im Zweifel gilt: entsorgen. Dies ist nur eine kurze Orientierung; der ausführliche Lebensmittel- und Vorratsratgeber folgt gesondert (in Vorbereitung).

Kühlschrank und Gefrierschrank nach dem Ausfall
Situation Richtige erste Maßnahme Danach prüfen Nicht pauschal behaupten
Kühlschrank ohne Strom Tür geschlossen halten Temperatur mit Thermometer Keine feste Stundenzahl
Gefüllter Gefrierschrank Nicht öffnen, Füllung nutzt der Kälte Frostzustand, Thermometer Keine garantierte Dauer
Angetaute pflanzliche/gegarte Lebensmittel Kühl halten, zügig verwenden Aussehen, Konsistenz, Handbuch Nicht allein per Geruch freigeben
Aufgetaute rohe tierische Lebensmittel Nicht ungeprüft wieder einfrieren Durcherhitzen oder entsorgen Kein „geht schon“
Aufgetautes Speiseeis Entsorgen Nicht wieder einfrieren

Wenn der Strom wieder da ist

Kommt der Strom zurück, gehen Sie ruhig und schrittweise vor. Schalten Sie empfindliche und leistungsstarke Geräte nicht alle gleichzeitig ein, sondern nacheinander – das vermeidet Lastspitzen und schützt die Elektronik. Prüfen Sie Kühl- und Gefriergerät: Läuft es wieder normal, und sind die Lebensmittel in Ordnung?

Laden Sie Handys, Powerbanks und Lampen wieder auf, damit Sie für das nächste Mal vorbereitet sind, und füllen Sie genutzten Vorrat an Wasser, Lebensmitteln und Batterien nach. Notieren Sie kurz, was gut funktioniert hat und wo es hakte – so wird Ihr Plan mit jedem Mal besser. Zeigt sich nach dem Ausfall eine beschädigte oder auffällige Elektrik, lassen Sie sie von einem Elektrofachbetrieb prüfen, bevor Sie die betroffenen Anlagen weiter nutzen. Aktualisieren Sie zuletzt Ihren 10-Punkte-Plan, wenn sich etwas geändert hat.

Was Sie für einen Stromausfall nicht brauchen

Für einen Stromausfall brauchen Sie keine spezielle Blackout-Ausrüstung. Entscheidend sind alltagstaugliche Reserven und eine klare Reihenfolge – nicht eine eigene Warenwelt. Sie brauchen keine Tactical-Taschenlampen, keine militärischen Rucksäcke, keine Waffen oder Selbstverteidigungsprodukte und keine 20-in-1-Gadgets. Auch eine große Generatorlösung ohne sicheren Standort und Anschlussplan bringt nichts, ebenso wenig Kerzenvorräte als primäres Lichtkonzept.

Lassen Sie sich nicht von Zahlen blenden: vermeintlich unbegrenzte Solar-Powerbanks oder eine gigantische Powerbank nur wegen einer großen mAh-Angabe lösen kein Problem, das Sie nicht haben. Eine komplette Lebensmittel-Sonderpalette ist unnötig, wenn haltbare Alltagslebensmittel vorhanden sind. Und eine amtlich aussehende Kaufcheckliste, eine Panikbestellung nach einer Nachricht, improvisierte Kabel oder ungeprüfte Social-Media-Hacks gehören ebenfalls nicht dazu.

Nutzen Sie zuerst, was bereits zuverlässig im Haushalt vorhanden ist: sichere Lampen, geladene Akkus, Wasser, haltbare Alltagslebensmittel, Kontakte auf Papier, persönliche Medikamente und einen festen Ablageort.

Der 10-Punkte-Plan als PDF

Damit der Plan nicht in der Schublade verschwindet, gibt es ihn als druckbares AllesBereit-Arbeitsblatt: „Stromausfall zuhause – der ruhige 10-Punkte-Plan“. Sie können ihn ausdrucken, Ihre wichtigsten Kontakte, Störungsnummern und Lagerorte eintragen und ihn sichtbar und zugänglich ablegen – zum Beispiel an oder neben dem Kühlschrank. Prüfen Sie ihn etwa halbjährlich und wenn sich etwas ändert.

Die Vorlage bleibt ein Arbeitsblatt von AllesBereit und ist keine amtliche Checkliste – ohne Behördenlogos und ohne Siegel, mit transparent genanntem Stand und Quellen. Ein direkter Download ist vorgesehen; eine E-Mail-Angabe ist dabei höchstens optional und nie Bedingung.

Ihr Plan für den Kühlschrank – nicht für die Schublade: Ausdrucken, Kontakte und Lagerorte eintragen, sichtbar und zugänglich ablegen, halbjährlich prüfen. Der Download wird vorbereitet und hier verfügbar gemacht, sobald er freigegeben ist.

Häufige Fragen zum Stromausfall

Was soll ich bei einem Stromausfall zuerst tun?

Schaffen Sie zuerst sicheres Licht mit einer batteriebetriebenen Lampe, Taschen- oder Stirnlampe. Prüfen Sie dann ruhig den Umfang: nur ein Gerät, ein Stromkreis, die Wohnung, das Haus oder die Straße? Schließen Sie Gefahren aus – bei Rauch, Funken oder Wasser an Elektrik nichts einschalten. Sehen Sie nur die zugänglichen Sicherungs- und FI-Schalter an. Melden Sie eine Netzstörung dem örtlichen Netzbetreiber; die 112 ist für echte Gefahren.

Wen rufe ich bei einem Stromausfall an?

Für eine technische Netzstörung ist in der Regel der örtliche Stromnetzbetreiber zuständig, den Sie auf der Stromrechnung oder über eine offizielle Störungsauskunft finden. Betrifft das Problem nur Ihr Gebäude oder die Wohnung, wenden Sie sich an die Hausverwaltung oder einen Elektrofachbetrieb. Die 112 wählen Sie nur bei einer tatsächlichen Gefahr oder einem medizinischen Notfall, nicht zur allgemeinen Störungsmeldung.

Ist der Stromanbieter für die Störung zuständig?

Meist nicht. Der Stromlieferant oder Tarif-Anbieter, mit dem Sie den Vertrag haben, ist für die Abrechnung zuständig – für die technische Versorgung und Störungen dagegen der örtliche Netzbetreiber. Beide können verschiedene Unternehmen sein. Notieren Sie die Störungsnummer des Netzbetreibers vorab auf Papier, damit Sie sie im Ausfall ohne Internet zur Hand haben.

Wann muss ich bei einem Stromausfall 112 wählen?

Die 112 ist richtig bei Brand, Rauch oder Funken mit Gefahr, bei einem medizinischen Notfall, bei in einem Aufzug eingeschlossenen Personen und bei jeder unmittelbaren Gefahr für Menschen. Nicht anrufen sollten Sie die 112 für die reine Frage nach der Ausfalldauer, zur Meldung einer normalen Netzstörung oder für allgemeine Vorsorgefragen. Für einzelne Menschen mit medizinischen Geräten kann ein Ausfall aber schnell zum Notfall werden.

Soll ich Sicherung und FI-Schalter wieder einschalten?

Sehen Sie nur die normal zugänglichen Leitungsschutzschalter und den FI-Schalter an, ohne eine Abdeckung zu entfernen oder Leitungen zu berühren. Gibt es keine Gefahrzeichen wie Brandgeruch, Rauch, Funken, Wärme oder Wasser, dürfen Sie einen ausgelösten Schalter einmal ruhig wieder hochdrücken. Löst er erneut aus, stoppen Sie, nutzen die betroffenen Geräte nicht weiter und ziehen einen Elektrofachbetrieb oder die Hausverwaltung hinzu.

Wie erkenne ich, ob nur meine Wohnung betroffen ist?

Prüfen Sie zunächst ruhig die eigenen Räume, dann den Hausflur und – über die Fenster – ob bei Nachbarn Licht brennt und die Straßenbeleuchtung funktioniert. Haben nur Sie keinen Strom, liegt es eher an der Wohnung oder am Hausanschluss; ist die ganze Straße dunkel, ist es eine Netzstörung. Vermeiden Sie riskante Erkundungen im Dunkeln und nehmen Sie immer eine Lampe mit.

Wie wahrscheinlich ist ein großer Blackout in Deutschland?

Ein großflächiger, langanhaltender Blackout ist nach Einschätzung der Bundesnetzagentur äußerst unwahrscheinlich. Lokale Stromausfälle durch Bauarbeiten, technische Defekte, Unwetter oder beschädigte Leitungen kommen dagegen vor und können unterschiedlich lange dauern. Ein regionaler Ausfall ist aber kein Netzzusammenbruch. Eine ausführliche, sachliche Einordnung der Blackout-Sorge folgt in einem eigenen Beitrag.

Was bedeuten die 11,7 Minuten Stromunterbrechung?

Die Bundesnetzagentur ermittelte für 2024 eine durchschnittliche Nichtverfügbarkeit von 11,7 Minuten je angeschlossenem Letztverbraucher. Erfasst werden gemeldete Unterbrechungen von mehr als drei Minuten in Nieder- und Mittelspannungsnetzen; Ereignisse höherer Gewalt fließen nicht in diesen SAIDI-EnWG-Wert ein. Der Wert beschreibt die allgemeine Versorgungsqualität – er sagt nicht voraus, wie lange ein einzelner Haushalt ohne Strom bleibt.

Was ist der Unterschied zwischen Stromausfall, Brownout und Blackout?

Ein Stromausfall ist die konkrete Unterbrechung bei Ihrem Haushalt oder in einem Netzbereich. Ein Blackout ist nach Definition der Bundesnetzagentur ein großflächiger, unkontrollierter Netzausfall und gilt als äußerst unwahrscheinlich. Ein Brownout bezeichnet nach Einordnung der Bundesnetzagentur eine gezielte, zeitlich begrenzte Maßnahme, um die Versorgung in bestimmten Bereichen zu verringern und so einen Blackout abzuwenden.

Wie lange bleibt der Kühlschrank ohne Strom kalt?

Eine allgemeingültige Zeit gibt es nicht. Wie lange die Kälte hält, hängt von Füllgrad, Isolierung, Raumtemperatur, Ausgangstemperatur und davon ab, wie oft die Tür geöffnet wird. Halten Sie das Gerät deshalb geschlossen und nutzen Sie ein Kühlthermometer zur Einschätzung. Beurteilen Sie Lebensmittel anschließend nach Art und Zustand und nicht allein nach dem Geruch.

Wie lange hält ein Gefrierschrank ohne Strom?

Auch hier gibt es keine Garantie. Tiefkühlgeräte können nach BfR-Einordnung bei reichlicher Füllung und geschlossener Tür viele Stunden ausreichend kalt halten. Öffnen Sie das Gerät möglichst nicht, denn eine gut gefüllte Truhe hält die Kälte länger. Kontrollieren Sie mit einem Gefrierthermometer und beurteilen Sie aufgetaute Lebensmittel danach einzeln nach ihrer Art.

Kann ich angetaute Lebensmittel wieder einfrieren?

Das hängt von der Lebensmittelart ab. Rohe tierische Lebensmittel, die vollständig aufgetaut sind, frieren Sie nicht ungeprüft wieder ein – erhitzen Sie sie erst vollständig oder entsorgen Sie sie. Angetaute pflanzliche oder bereits gegarte Lebensmittel lassen sich häufig noch verwenden, wenn sie kühl geblieben sind. Aufgetautes Speiseeis entsorgen Sie. Orientieren Sie sich an den BfR-Hinweisen und im Zweifel entsorgen.

Funktioniert Leitungswasser bei Stromausfall weiter?

Bei einem kurzen Stromausfall bleibt die Wasserversorgung häufig zunächst erhalten. Bei längeren oder größeren Ausfällen können Pumpen, Druckhaltung, Aufbereitung oder die Versorgung einzelner Gebäude beeinträchtigt sein. Beachten Sie Hinweise Ihres örtlichen Wasserversorgers und der Kommune und nutzen Sie im Zweifel Ihren vorhandenen Getränkevorrat. Ein unkontrolliertes Befüllen aller Behälter während der Störung ist nicht nötig.

Funktioniert das Handynetz bei Stromausfall?

Router und Festnetz zu Hause fallen ohne eigene Stromversorgung meist aus. Mobilfunk und Internet können zunächst weiter funktionieren, bei längeren oder größeren Ausfällen jedoch überlastet oder eingeschränkt sein. Sparen Sie deshalb früh Akku, reduzieren Sie die Bildschirmhelligkeit und laden Sie über eine Powerbank nach. Ein netzunabhängiges Radio ist eine wichtige zusätzliche Informationsquelle.

Warum geht die Heizung aus, obwohl Gas oder Öl da ist?

Moderne Heizungen brauchen Strom für Steuerung, Regelung und Umwälzpumpe. Fällt der Strom aus, steht die Heizung still, auch wenn Brennstoff vorhanden ist. Halten Sie deshalb zuerst die Wärme im Raum, indem Sie einen Raum nutzen, Türen schließen und warme Kleidung sowie Decken bereitlegen. Sichere Möglichkeiten zum Heizen ohne Strom behandelt ein eigener Ratgeber.

Darf ich einen Campingkocher in der Wohnung benutzen?

Nicht pauschal. Viele Campingkocher sind nicht für Innenräume vorgesehen und erzeugen beim Betrieb Kohlenmonoxid sowie eine Brandgefahr. Nutzen Sie nur ausdrücklich für Innenräume zugelassene Geräte streng nach Herstelleranleitung und sorgen Sie für Sicherheit im Umgang. Den sicheren Betrieb von Kochern behandelt ein eigener Ratgeber. Ein CO-Melder ersetzt niemals einen geeigneten, zugelassenen Aufstellort.

Darf ich einen Grill im Haus oder in der Garage nutzen?

Nein, klar nicht. Holzkohle- und Gasgrills gehören niemals in Wohnung, Keller, Garage, Carport oder andere geschlossene beziehungsweise teilweise geschlossene Bereiche. Sie erzeugen Kohlenmonoxid, ein unsichtbares und geruchloses Gas, das sich schnell gefährlich anreichert. Auch ein geöffnetes Tor oder Fenster macht das nicht sicher. Grillen findet ausschließlich im Freien statt.

Reicht eine Powerbank für einen Stromausfall?

Für Handy und kleine Geräte reicht eine geladene Powerbank in vielen Fällen aus, um über die ersten Stunden oder Tage kommunizieren zu können. Der tatsächliche Bedarf hängt von Ihren Geräten und der gewünschten Reserve ab. Für größere Verbraucher oder längere Ausfälle kann eine Powerstation sinnvoll sein. Welche Kapazität zu Ihrem Haushalt passt, erklärt der Powerbank-Ratgeber.

Powerstation oder Generator – was ist sinnvoll?

Eine Powerstation ist ein leiser, abgasfreier Akkuspeicher, der sich in der Wohnung nutzen lässt – ideal für Licht, Router, Handys und kleine Geräte, aber in der Kapazität begrenzt. Ein Notstromaggregat liefert länger Strom, solange Kraftstoff da ist, gehört aber ausschließlich ins Freie und ist laut. Für die meisten Haushalte ist die Powerstation die praktischere Lösung; der Generator lohnt nur mit sicherem Außenstandort.

Was gilt für medizinische Geräte?

Menschen, die auf elektrisch betriebene medizinische oder pflegerische Geräte angewiesen sind, brauchen einen individuellen Notfallplan. Stimmen Sie ihn vorab mit dem Gerätehersteller, dem medizinischen Versorger, dem Pflegedienst und der behandelnden Stelle ab, gegebenenfalls auch mit dem Netzbetreiber. Klären Sie Akkulaufzeit, Überbrückungszeit, eine sichere Ersatzstromquelle und eine Anlaufstelle mit Strom. Bei akuter gesundheitlicher Gefahr gilt die 112.

Wie viel Wasser und Essen sollte ich bevorraten?

Der BBK-Ratgeber empfiehlt, möglichst für zehn Tage selbst versorgt zu sein; bereits ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft, und der Aufbau darf schrittweise erfolgen. Prüfen Sie die für Ihren Haushalt angemessene Menge individuell. Dieser Beitrag ist kein vollständiger Vorratsratgeber – konkrete Mengen und Listen behandeln eigene Ratgeber zu Trinkwasser und Notvorrat.

Brauche ich Bargeld?

Eine kleine, alltagstaugliche Bargeldreserve ist sinnvoll, weil Kartenzahlung und Geldautomaten bei Stromausfall ausfallen können. Es geht dabei nicht um hohe Beträge, sondern um kleine Scheine und Münzen für den täglichen Bedarf. Bewahren Sie das Geld zusammen mit wichtigen Papierkontakten an einem festen, bekannten Ort auf, den Sie auch im Dunkeln schnell finden.

Wie erkläre ich Kindern einen Stromausfall?

Bleiben Sie ruhig und erklären Sie konkret, was passiert: Der Strom ist kurz weg, wir haben Licht und einen Plan. Bleiben Sie möglichst zusammen in einem Raum und geben Sie Kindern kleine Aufgaben, etwa die Lampe zu halten oder Decken zu holen. Das nimmt die Angst und macht die Situation greifbar. Vermeiden Sie dramatische Schilderungen und Katastrophenbilder.

Was sollte ich für Senioren vorbereiten?

Legen Sie sichere Lampen, die wichtigsten Kontakte auf Papier, ausreichend Medikamente und elektrische Hilfsmittel wie Hörgeräte samt Batterien an einem festen Ort bereit. Klären Sie, wie ein Hausnotruf im Ausfall funktioniert und wer in der Nachbarschaft unterstützt. Denken Sie an Treppenlift oder Aufzug, die stillstehen können. Bei stromabhängigen medizinischen Geräten gilt ein individueller Notfallplan.

Was mache ich als Mieter im Mehrfamilienhaus?

Melden Sie Störungen an gemeinschaftlichen Anlagen der Hausverwaltung oder einem Fachbetrieb und nehmen Sie keine eigenmächtige Hausinstallation vor. Halten Sie eine Lampe für den dunklen Hausflur bereit, blockieren Sie keine Gemeinschaftsflächen und halten Sie Brandschutztüren geschlossen. Betreiben Sie niemals einen Generator oder Kocher auf dem Balkon, im Keller, in der Garage oder im Treppenhaus.

Ruhig vorbereiten, statt im Ausfall improvisieren

Ein Stromausfall ist zuerst eine Haushaltsstörung, die sich ruhig einordnen lässt. Wer sichere Lampen, geladene Akkus, ein netzunabhängiges Radio, etwas Wasser und Vorrat, die wichtigsten Kontakte auf Papier und einen klaren Plan hat, muss im Ernstfall nicht improvisieren. Die zehn Punkte sind kein Einkaufszwang, sondern eine Reihenfolge – vieles ist bei Ihnen längst vorhanden.

Am besten prüfen Sie in Ruhe, was fehlt, und schließen Lücken Schritt für Schritt. Haushalts-Check starten und die passenden Vertiefungen zu Licht, Energie, Wärme und Vorsorge nacheinander durchgehen. Drucken Sie den 10-Punkte-Plan aus, tragen Sie Ihre Kontakte ein und legen Sie ihn sichtbar ab – so bleibt Vorsorge einfach erledigt.

Passend dazu: Medikamente und Notfallkontakte im Notfallplan berücksichtigen.

Passend dazu: Hochwasser und Starkregen ruhig vorbereiten.

Passend dazu: Wie wahrscheinlich ein Blackout in Deutschland ist.

Quellen & Stand

Stand: 14.07.2026. Zahlen, Definitionen und Sicherheitshinweise werden regelmäßig geprüft; volatile Angaben (SAIDI-Jahreswert, offizielle Einschätzungen) können sich ändern. Offizielle Empfehlungen und ihre Einordnung behandelt ein eigener Beitrag (in Vorbereitung).

  • Bundesnetzagentur: Versorgungsunterbrechungen Strom 2024 (SAIDI 11,7 Minuten für 2024, Zehnjahresmittel rund 12,7 Minuten; Methodik: >3 Minuten, Nieder-/Mittelspannung, ohne höhere Gewalt), veröffentlicht 09.10.2025, abgerufen 14.07.2026.
  • Bundesnetzagentur: Einordnung zu Blackout und Brownout (großflächiger Netzausfall äußerst unwahrscheinlich).
  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Ratgeber zur Vorsorge und zum Verhalten bei Stromausfall (möglichst zehn Tage Selbstversorgung, bereits drei Tage helfen, schrittweiser Aufbau).
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Hinweise zu Kühl- und Gefriergut bei Stromausfall.
  • Verbraucherzentrale: Hinweise zum Verhalten und zu Geräten bei Stromausfall.

Offizielle Sicherheitsquellen öffnen und den aktuellen Stand der Behörden einsehen. Offizielle Hinweise vor Ort haben im Ereignisfall Vorrang.