Ratgeber · Unwetter & Evakuierung

Notfallrucksack packen: die ruhige Packliste für eine Evakuierung

Packen Sie persönliche Medikamente, Dokumente, Licht, Wasser, Kleidung und Hygiene so, dass das Gepäck wirklich tragbar bleibt und ohne langes Suchen bereitsteht.

  • BBK-Empfehlungen korrekt eingeordnet
  • Familie, Single und Senioren getrennt
  • Notgepäck klar vom Zehn-Tage-Vorrat getrennt
Stand: 14.07.2026Etwa 2–3 Tage Planungsrahmen – keine amtliche NormKategorie: Unwetter & Evakuierung
Ein neutraler Notfallrucksack wird in einem hellen Wohnbereich mit Wasserflasche, Kleidung, Licht und Dokumententasche geordnet gepackt

Ein Notfallrucksack bündelt die persönlichen Dinge, die Sie bei einer kurzfristigen Evakuierung ohne langes Suchen mitnehmen – etwa bei Hochwasser, einem Gasleck, einem Gebäudeschaden oder einer behördlich angeordneten Räumung. Er ist kein Survival-Lager für Wochen, sondern leichtes, tragbares Notgepäck, das die vorgesehene Person tatsächlich tragen oder rollen kann. Dieser Ratgeber zeigt ruhig und Schritt für Schritt, was hineingehört, wie Sie persönliche und geteilte Ausrüstung trennen und was Sie erst beim Aufbruch ergänzen. Der Notfallrucksack ersetzt keinen Haushaltsvorrat.

Kurz beantwortet: Ein Notfallrucksack enthält das, was Sie beim Verlassen der Wohnung schnell brauchen: ausgewählte Dokumentenkopien, persönliche Medikamente und Hilfsmittel, ein Radio mit Licht und Energie, eine gefüllte Trinkflasche mit etwas Nahrung ohne Kochen, Kleidung sowie Hygiene. Er bleibt so leicht, dass die vorgesehene Person ihn gefüllt sicher bewegen kann, und wird durch Ausweis, Gesundheitskarte, Geldbörse, Schlüssel und Smartphone erst beim Aufbruch ergänzt. Das BBK nennt im Notgepäck unter anderem Verpflegung für zwei Tage sowie Kleidung und Hygieneartikel für einige Tage – eine amtliche 72-Stunden-Norm gibt es nicht.

  • Persönlich statt maximal
  • Tragbar statt voll
  • Beim Aufbruch ergänzen

Diese Packliste ist eine private Organisationshilfe, orientiert an öffentlich zugänglichen BBK-Empfehlungen. Sie ist keine amtliche Vorgabe und ersetzt keine behördlichen Anweisungen, medizinische Beratung oder individuelle Evakuierungsplanung. Bei unmittelbarer Gefahr verlassen Sie den Bereich sofort und nehmen den Rucksack nur mit, wenn er ohne Umweg erreichbar ist.

Notfallrucksack-Packliste als PDF – in Vorbereitung. Die AllesBereit-Packliste erscheint in drei Varianten: eine für Single-Haushalte, eine für Familien und eine für Senioren. Alle drei sind orientiert an öffentlich zugänglichen BBK-Empfehlungen und behandeln Notgepäck und Haushaltsvorrat bewusst getrennt. Die Zeiträume von etwa 48 bis 72 Stunden sind ein AllesBereit-Planungsrahmen und keine amtliche Dauer. Der Download wird vorbereitet, sobald alle Ratgeber online sind.

Kurz beantwortet: Was gehört in einen Notfallrucksack?

Ein Notfallrucksack ist tragbares Notgepäck für den Fall, dass Sie Ihre Wohnung kurzfristig verlassen müssen. Er enthält das, was Sie in der ersten Zeit außerhalb der Wohnung wirklich brauchen, und bleibt bewusst leicht. Die Grundidee: persönlich statt maximal, tragbar statt voll, und einige Dinge werden erst beim Aufbruch ergänzt.

Sinnvoll sind sechs Bereiche: ausgewählte Dokumentenkopien mit Kontakten und etwas Bargeld; persönliche Medikamente, ein kleines Erste-Hilfe-Set und Hilfsmittel; ein Radio mit Licht und Energie; eine gefüllte Trinkflasche mit Nahrung, die ohne Kochen auskommt; Kleidung und Hygiene; sowie das, was Kinder, unterstützungsbedürftige Personen und Haustiere zusätzlich benötigen. Ausweis, Gesundheitskarte, Geldbörse, Schlüssel und Smartphone nehmen Sie beim Aufbruch griffbereit mit.

Wichtiger als eine lange Liste ist die Tragbarkeit. Der Rucksack soll so leicht bleiben, dass die vorgesehene Person ihn gefüllt sicher bewegen kann. Bei Feuer, Rauch oder anderer unmittelbarer Gefahr hat das Verlassen des Gebäudes immer Vorrang – niemand sucht nach dem Rucksack oder geht dafür zurück.

Bei Feuer nicht nach dem Rucksack suchen. Bei Brand, Rauch oder anderer unmittelbarer Gefahr verlassen Sie das Gebäude sofort und rufen die 112. Greifen Sie den Rucksack nur, wenn er ohne Umweg auf dem normalen Fluchtweg liegt. Gehen Sie nie in verrauchte Räume oder Treppenhäuser zurück. Menschen und Tiere gehen immer vor Gegenständen.

Notfallrucksack, Notgepäck oder Fluchtrucksack?

Im Handel und in Suchmaschinen ist der Begriff „Notfallrucksack“ am gebräuchlichsten, deshalb verwenden wir ihn hier. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) nutzt allerdings den sachlicheren Begriff „Notgepäck“. Beide meinen dasselbe: ein tragbares Gepäck mit dem Nötigsten für eine vorübergehende Evakuierung.

Der Begriff „Fluchtrucksack“ taucht ebenfalls oft auf, transportiert aber häufig einen Survival-, Krisen- oder Kriegston, der hier nicht passt. AllesBereit denkt in ruhigen Alltagsszenarien: Hochwasser oder Starkregen, ein Wohnungsbrand, ein Gasleck, ein Bombenfund mit angeordneter Räumung, ein Gebäudeschaden oder eine örtliche Gefahrenlage mit vorübergehender Unterbringung an einem anderen Ort. Es geht nicht darum, zu Fuß in unbekanntes Gelände aufzubrechen oder im Wald zu überleben.

Deshalb bleibt der Notfallrucksack schlank und persönlich. Er ist kein Vorrats- und kein Ausrüstungslager, sondern eine geordnete Mitnahmehilfe. Wer diese Abgrenzung im Kopf behält, packt automatisch leichter und realistischer – und bleibt bei einer Evakuierung handlungsfähig.

Für wie viele Tage packen? Was das BBK tatsächlich sagt

Für die Planung kann ein Zeitraum von etwa zwei bis drei Tagen hilfreich sein. Die aktuelle BBK-Liste nennt Verpflegung für zwei Tage, während Kleidung und Hygieneartikel für einige Tage vorgesehen werden. Die genaue Dauer hängt von Warnlage, Unterbringung, Person und örtlichen Anweisungen ab. Eine allgemeingültige amtliche „72-Stunden-Rucksacknorm“ gibt es dagegen nicht.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen Shop- und Vergleichsseiten. Wenn dort „72h-Set“, „BBK-konform“ oder „von der Bundesregierung empfohlen“ steht, ist das keine amtliche Aussage. AllesBereit verwendet 48 bis 72 Stunden nur als verständliche private Planungsgröße für eine kurze Evakuierung – ausdrücklich als Planungsrahmen und nicht als Zertifizierung, Norm oder Garantie für autarke Selbstversorgung.

Praktisch bedeutet das: Orientieren Sie sich am tatsächlichen Bedarf Ihrer Haushaltsmitglieder und nicht an einer runden Stundenzahl. Kleinkinder, pflegebedürftige oder erkrankte Personen brauchen individuelle Mengen. Sammelstellen können Wasser und Verpflegung anbieten, dürfen aber nicht als garantiert vorausgesetzt werden. Die folgende Übersicht ordnet ein, was das BBK nennt und wie AllesBereit es einordnet.

72 Stunden sind keine BBK-Norm. Das BBK nennt im Notgepäck Verpflegung für zwei Tage sowie Kleidung und Hygiene für einige Tage. Die Angabe „48 bis 72 Stunden“ ist ein AllesBereit-Planungsrahmen und keine amtliche Dauer. Niemand ist mit einer bestimmten Liste automatisch „72 Stunden autark“.

BBK-Liste und AllesBereit-Ergänzung (Stand 14.07.2026)
Kategorie BBK nennt AllesBereit ordnet ein Nicht daraus ableiten
Nahrung Verpflegung für zwei Tage Nahrung ohne Kochen, tragbar halten Zehn-Tage-Vorrat im Rucksack
Wasser Wasserflasche Eine gefüllte, auslaufsichere Flasche als Basis Zwei Liter pro Tag als Tragepflicht
Kleidung Kleidung für einige Tage Wetter- und personengerecht auswählen Kompletter Kleiderschrank
Hygiene Hygieneartikel für einige Tage Kleine, persönliche Auswahl Ganzer Haushaltsvorrat
FFP2-Maske FFP2-Maske Partikelfilter, Passform beachten Schutz gegen Gase oder Brandrauch
Kinderkontakt Brustbeutel oder SOS-Kapsel Datensparsame Kontaktkarte Offene Adresse und Fotos
Dokumente Dokumentenmappe griffbereit Nur ausgewählte Kopien Alle Originale mitnehmen
Smartphone Beim Aufbruch mitnehmen Auf die Mitnahmeliste setzen Dauerhaft im Rucksack lagern
Taschenmesser Dosenöffner und Taschenmesser Klingenloses Werkzeug als Standard Messer als Pflichtgegenstand

Notgepäck und Notvorrat lösen zwei verschiedene Aufgaben

Der häufigste Fehler beim Packen ist, den Haushaltsvorrat in den Rucksack verlagern zu wollen. Notgepäck und Notvorrat sind aber zwei verschiedene Dinge mit zwei verschiedenen Aufgaben. Das Notgepäck wird mitgenommen, bleibt tragbar und überbrückt die erste Zeit außerhalb der Wohnung mit persönlichen und unmittelbar notwendigen Dingen.

Der Notvorrat dagegen bleibt zu Hause. Er ist umfangreicher und umfasst Wasser und Lebensmittel für möglichst zehn Tage nach aktueller BBK-Orientierung. Er gehört nicht auf den Rücken. Nicht in den Rucksack verlagern sollten Sie deshalb den kompletten Getränkevorrat, den Konservenvorrat für zehn Tage, große Brennstoffmengen, mehrere Liter Brauchwasser, eine Haushalts-Toilettenlösung, die gesamte Hausapotheke oder den vollständigen Notfallordner.

Merksatz: Der Notfallrucksack ersetzt keinen Haushaltsvorrat. Tragbares Notgepäck und stationärer Vorrat lösen zwei verschiedene Aufgaben. Wenn Sie beide sauber trennen, bleibt der Rucksack leicht und der Vorrat vollständig. Die folgende Grafik und die Tabelle stellen beide Ebenen gegenüber.

Grafik: Notgepäck (mitnehmen, tragbar, etwa zwei bis drei Tage) gegenüber Notvorrat (zuhause, umfangreich, möglichst zehn Tage)
Notgepäck wird getragen, der Notvorrat bleibt zu Hause – zwei getrennte Aufgaben.
Notgepäck oder Notvorrat?
Frage Notgepäck Notvorrat
Zweck Wohnung verlassen Zu Hause überbrücken
Ort Wird mitgenommen Bleibt in der Wohnung
Zeitraum Erste Tage außerhalb Möglichst zehn Tage
Wasser Eine gefüllte Flasche Größerer Getränkevorrat
Lebensmittel Nahrung ohne Kochen Umfangreicher Vorrat
Kochen Kein Kocher im Standard Getrennt geplant (VB_15/VB_16)
Medikamente Persönliche Mitnahmemenge Hausapotheke bleibt zu Hause
Dokumente Ausgewählte Kopien Vollständiger Notfallordner
Gewicht Tragbar halten Nicht relevant
Prüfrhythmus Jährlich und anlassbezogen Nach Verbrauch rotieren

Die sechs Packbereiche auf einen Blick

Damit der Rucksack vollständig, aber nicht überladen wird, hilft es, in sechs Bereichen zu denken. So sehen Sie schnell, was persönlich pro Person gehört, was einmal pro Haushalt reicht und was Sie erst beim Aufbruch ergänzen. Die Bereiche sind: Dokumente und Kontakte, Gesundheit, Information und Energie, Wasser und Nahrung, Kleidung und Hygiene sowie das Modul für Kinder, Unterstützung und Tiere.

Diese Ordnung hat zwei Vorteile. Erstens vermeiden Sie Doppelungen und unnötiges Gewicht, weil geteilte Ausrüstung nur einmal eingeplant wird. Zweitens erkennen Sie sofort, wo eine wichtige Grenze verläuft – etwa dass Medikamente nicht geteilt werden oder dass Dokumente nur als Auswahl hineingehören. Die folgende Grafik und die Tabelle zeigen die sechs Bereiche im Überblick.

Grafik: die sechs Packbereiche – Dokumente und Kontakte, Gesundheit, Information und Energie, Wasser und Nahrung, Kleidung und Hygiene, Kinder Unterstützung und Tiere
Sechs Bereiche helfen, vollständig und trotzdem leicht zu packen.
Die sechs Packbereiche
Bereich Persönliche Inhalte Gemeinsame Inhalte Erst beim Aufbruch Wichtige Grenze
Dokumente & Kontakte Ausgewählte Kopien, Kontaktkarte Dokumententasche des Haushalts Ausweis, Gesundheitskarte, Geldbörse, Schlüssel Keine Originale pauschal, keine Passwörter
Gesundheit Eigene Medikamente, Brille, Hörhilfe Erste-Hilfe-Material Täglich genutzte Medikamente Medikamente nicht teilen, keine Dosierung
Information & Energie Persönliche Kopfhörer Radio, Ladezubehör, Zusatzlicht Smartphone Akkus sicher und geprüft lagern
Wasser & Nahrung Kleine Trinkflasche, individuelle Nahrung Kein Zehn-Tage-Vorrat, kein Kocher
Kleidung & Hygiene Wechselkleidung, Hygiene Größere Hygieneteile, Decke Wetterjacke, feste Schuhe Kein ganzer Kleiderschrank
Kinder, Unterstützung & Tiere Kontaktkarte, Komfortsache Tierbedarf, Hilfsmittel Vertrauter Gegenstand Kritisches bleibt bei Erwachsenen

Dokumente, Kontakte, Bargeld und Schlüssel

Im Rucksack gehört ein kleines Dokumentenpaket – aber nur als Auswahl, nicht als vollständige Mappe. Sinnvoll sind ausgewählte Kopien, eine Notfallübersicht, eine Kontaktliste, der Medikamentenplan und Fundort-Hinweise. Gegebenenfalls nutzbare Ausfertigungen nehmen Sie nur nach individueller Prüfung hinzu, ergänzt um eine verschlüsselte digitale Zusatzkopie. Nicht hinein gehören eine offene Passwortliste, PINs oder TANs, nicht automatisch alle Originale und nicht pauschal das einzige Testamentoriginal. Der vollständige, stationäre Notfallordner bleibt geschützt zu Hause.

Wie Sie Dokumente und Fundorte vollständig organisieren, zeigt der Notfallordner-Ratgeber; wie Sie ausgewählte Kopien geschützt bündeln, behandelt der Ratgeber zur Dokumententasche. So passt die Auswahl für den Rucksack in die größere Ordnung.

Beim Bargeld gilt Datensparsamkeit statt Angstframe: ein kleiner, individuell festgelegter Betrag in eher gemischter, kleinerer Stückelung, dazu eine Geldkarte. Keine pauschale Summe, keine großen Wertbestände, nicht sichtbar getragen. Ausweis, Gesundheitskarte, Geldkarten, Schlüssel und Smartphone bleiben nicht dauerhaft doppelt im Rucksack, sondern kommen auf die Mitnahmeliste für den Aufbruch.

Auswahl statt kompletter Notfallordner. In den Rucksack gehören nur ausgewählte Dokumentenkopien und eine kleine Kontaktkarte. Der vollständige Notfallordner bleibt geschützt zu Hause. Offene Passwörter, PINs oder TANs packen Sie nie ein.

Persönliche Medikamente, Erste Hilfe und Hilfsmittel

Medikamente sind der persönlichste Teil des Rucksacks. Packen Sie die aktuellen persönlichen Medikamente ein und stimmen Sie die mitgenommene Menge mit Ihrer behandelnden Stelle und der Apotheke ab. Ein aktueller Medikamentenplan hilft dabei sehr: Wie Sie einen aktuellen Medikamentenplan mitnehmen, zeigt der zugehörige Ratgeber. Bewahren Sie Arzneimittel in der Originalverpackung oder eindeutig beschriftet auf, achten Sie auf Verfallsdatum und Rotation und ersetzen Sie sie beim Jahrescheck.

Besondere Situationen brauchen individuelle Planung: Kühlung, Betäubungsmittel, Injektionen, Sauerstoff, Pumpen und Hochrisikoarzneimittel lassen sich nicht standardisieren. AllesBereit gibt keine Dosierung vor, empfiehlt nicht, Arzneimittel zwischen Personen zu teilen, und rät ausdrücklich davon ab, die ganze Hausapotheke einzupacken – wie Sie Hausapotheke und persönliche Medikamente trennen, gehört in die Haushaltsvorsorge, nicht in den Rucksack.

Dazu gehören persönliche Hilfsmittel wie eine Ersatzbrille, Hörhilfe mit Batterien oder ein Notfallausweis. Ein kleines Erste-Hilfe-Material kann als geteilte Ausrüstung mitgeführt werden. Die vom BBK genannte FFP2-Maske ist eine partikelfiltrierende Halbmaske – achten Sie auf Dichtsitz, Passform, Haltbarkeit und trockene Lagerung; für Kinder ist eine individuelle, passende Lösung nötig.

Persönlich und aktuell. Medikamente sind individuell, gehören in Originalverpackung und werden nicht zwischen Personen geteilt. Die Menge stimmen Sie mit behandelnder Stelle und Apotheke ab. AllesBereit gibt keine Dosierung vor und ersetzt keine medizinische Beratung.

Kein Schutz vor jedem Gefahrstoff. Eine FFP2-Maske ist kein Fluchtgerät für Brandrauch und kein allgemeiner Gas- oder Chemikalienschutz. Sie kann gegen Partikel und infektiöse Aerosole helfen, schützt aber nicht vor Gasen, Dämpfen oder Sauerstoffmangel und ersetzt keine behördliche Schutzanweisung. Fliehen Sie niemals durch verrauchte Bereiche, nur weil eine Maske vorhanden ist.

Radio, Licht, Smartphone und Energie

Bei einer Evakuierung oder einem Stromausfall zählt verlässliche Information. Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio erreicht Sie auch dann, wenn Mobilfunk und Internet gestört sind. Wie Sie ein Radio für Informationen bei Stromausfall einplanen, zeigt der 10-Punkte-Plan; welche Geräte sich eignen, behandeln der Ratgeber zum Kurbelradio für den Notfall und die Übersicht zum DAB-Notfallradio. Verlassen Sie sich nicht allein auf das Smartphone als einzige Informationsquelle.

Für Licht sorgen eine leichte Stirn- oder Taschenlampe und Ersatzbatterien. Eine Powerbank hält das Smartphone länger einsatzbereit. Wichtig ist der sichere Umgang mit Energie: nur unbeschädigte Produkte verwenden, Herstellerhinweise beachten, Kontakte gegen Kurzschluss schützen und keine losen Batterien gemeinsam mit Metallteilen lagern. Prüfen Sie den Ladezustand regelmäßig und den Rückrufstatus, und verwenden Sie aufgeblähte, beschädigte oder auffällig heiße Akkus nicht.

Das Smartphone selbst gehört nicht dauerhaft in den Rucksack, sondern auf die Mitnahmeliste für den Aufbruch. Lagern Sie den Rucksack außerdem nicht dauerhaft im Auto, weil Hitze und Frost Akkus und Medikamenten schaden. Kennzeichnen Sie Kabel passend, damit im Ernstfall nichts fehlt.

Wasser und Nahrung: tragbar statt theoretisch vollständig

Wasser ist schwer, deshalb gilt hier besonders: tragbar statt theoretisch vollständig. Als Basisebene reicht eine gefüllte, auslaufsichere Trinkflasche pro tragfähiger Person. Zusätzliche Menge planen Sie nach Person, Wetter, Strecke, Fahrzeug und örtlicher Lage. Kleinkinder, Pflegebedürftige und Erkrankte brauchen individuelle Mengen. Eine leere Faltflasche kann ergänzen, um bei Bedarf nachzufüllen.

Bewusst verzichten wir auf eine starre Trageregel wie zwei Liter pro Person und Tag. Sechs Liter für drei Tage wiegen rund sechs Kilogramm und können die Tragbarkeit des ganzen Rucksacks dominieren. Sammelstellen können Wasser anbieten, dürfen aber nicht als garantiert vorausgesetzt werden. Wasser aus unbekannter Quelle machen Sie nicht pauschal trinkbar – ohne fachgerechte Aufbereitung bleibt es unsicher. Wie Sie Wasser im Notfall richtig einplanen, behandelt der Wasser-Ratgeber.

Bei der Nahrung zählt: möglichst ohne Kochen nutzbar, leicht und haltbar. Geeignet sind zum Beispiel Riegel, Trockenobst, Kekse oder Konserven mit klingenlosem Dosenöffner. Ein tragbarer Kocher ist kein Pflichtbestandteil des Notgepäcks. Der große Getränke- und Lebensmittelvorrat bleibt als Haushaltsvorrat zu Hause.

Eine Wasserflasche – kein tragbarer Zehn-Tage-Vorrat. Eine gefüllte, auslaufsichere Trinkflasche ist die Basis, alles Weitere hängt von Person, Wetter und Strecke ab. Der große Getränkevorrat bleibt als Haushaltsvorrat zu Hause. Wasser aus unbekannter Quelle ist nicht automatisch trinkbar.

Kleidung, Wärme und Hygiene

Kleidung und Wärme richten sich nach Wetter, Jahreszeit und Person. Sinnvoll ist ein Wechsel an Kleidung für einige Tage, eine wetterfeste Jacke, feste, geschlossene Schuhe und je nach Unterbringungsplan eine Decke oder ein leichter Schlafsack. Wie Sie Kleidung und persönliche Wärme sinnvoll planen, ergänzt der passende Ratgeber – denken Sie an mehrere dünne Lagen statt weniger dicker, weil sie sich flexibler anpassen lassen.

Bei der Hygiene reicht eine kleine, persönliche Auswahl: Zahnbürste und Zahnpasta, Seife, ein Handtuch, Taschentücher, Feuchttücher, gegebenenfalls Inkontinenz- oder Monatshygiene sowie ein paar Müllbeutel. Größere Hygieneteile können als geteilte Ausrüstung einmal pro Haushalt eingeplant werden. Auch hier gilt: nicht der ganze Badezimmerschrank, sondern das, was in den ersten Tagen wirklich gebraucht wird.

Achten Sie darauf, dass die Kleidung zur vorgesehenen Person passt und aktuell ist – gerade bei Kindern ändern sich Größen schnell. Das ist ein guter Grund, den Rucksack regelmäßig zu prüfen, statt ihn einmal zu packen und zu vergessen.

Familienlogik: Was jede Person braucht und was geteilt wird

„Ein Rucksack pro Person“ klingt einfach, ist aber nicht immer die beste Lösung. Sinnvoller ist es, zwischen persönlicher und geteilter Ausrüstung zu unterscheiden. Persönlich pro Person gehören Medikamente, Brille oder Hörhilfe, Kleidung, Hygiene, die Kontaktkarte, persönliche Dokumente beziehungsweise ausgewählte Kopien, individuelle Nahrung, eine kleine Wasserflasche und eine persönliche Komfortsache.

Gemeinsam genutzt und im Haushalt verteilt werden dagegen das Radio, Erste-Hilfe-Material, die Dokumententasche, Ladezubehör, zusätzliche Beleuchtung, größere Hygieneteile, Decke oder Schlafsack je nach Unterbringungsplan sowie der Tierbedarf. So trägt niemand alles allein, und das Gewicht verteilt sich sinnvoll auf mehrere Personen.

Wichtig ist die Rollenklarheit: Kinder tragen nur leichte, nicht kritische persönliche Dinge. Lebenswichtige Medikamente, zentrale Dokumente und Kommunikationsmittel bleiben bei verantwortlichen Erwachsenen. Halten Sie fest, wer im Haushalt was trägt und wer für die Aktualisierung zuständig ist. Die folgende Tabelle zeigt, was persönlich und was geteilt gehört.

Familie: persönlich oder geteilt?
Gegenstand Pro Person Einmal pro Haushalt Bei verantwortlicher Person Hinweis
Medikamente Ja Kritische bei Erwachsenen Nicht teilen
Kleidung Ja Wetter- und größengerecht
Wasserflasche Ja, klein Auslaufsicher
Nahrung Individuell Ohne Kochen
Radio Ja Erwachsene Batterien prüfen
Lampe Klein möglich Zusatz gemeinsam Ersatzbatterien
Powerbank Ja Erwachsene Ladezustand prüfen
Dokumententasche Kopien persönlich Ja Erwachsene Keine Passwörter
Erste Hilfe Ja Erwachsene Verfall prüfen
Kinderkontaktkarte Ja, Kind Erstellt von Erwachsenen Datensparsam
Kuscheltier Ja, Kind Klein und leicht
Tierbedarf Ja Erwachsene Transportbox getrennt

Kinder: Kontaktkarte, Kleidung und ein vertrauter Gegenstand

Für Kinder zählen drei Dinge besonders: eine datensparsame Kontaktkarte, passende Kleidung und ein vertrauter Gegenstand. Das BBK nennt für Kinder einen Brustbeutel oder eine SOS-Kapsel. AllesBereit ergänzt eine bewusste Datenschutzlogik: Auf die Karte gehören der Name des Kindes, zwei aktuelle Kontaktpersonen mit Mobilnummern und – nur wenn bestätigt und erforderlich – ein wichtiger Allergie- oder medizinischer Hinweis. Ein Treffpunkt oder Familiencode nach eigenem Plan kann sinnvoll sein.

Die Wohnanschrift bleibt möglichst verdeckt oder nicht offen sichtbar, wenn das Tragesystem das zulässt, und die Karte wird geschützt oder verdeckt getragen. Nicht darauf gehören ein Foto ohne Notwendigkeit, die Schule, Tagesabläufe, Passwörter oder vollständige Familiendaten. Erklären Sie dem Kind altersgerecht, wann es die Karte zeigt. Die Karte ersetzt keine Aufsicht.

Ein vertrauter Gegenstand ist kein Luxus, sondern hilft beim Beruhigen: ein kleines Kuscheltier, ein Malblock, ein Kartenspiel oder ein vertrauter kleiner Snack. Alles bleibt klein und leicht, ohne laute elektronische Spielsachen und ohne offene Kleinteile für Kleinkinder. Kritische Ausrüstung bleibt bei Erwachsenen.

Kritische Dinge bleiben bei Erwachsenen. Kinder tragen nur leichte, nicht kritische persönliche Dinge wie Kleidung, eine Kontaktkarte und einen vertrauten Gegenstand. Lebenswichtige Medikamente, zentrale Dokumente und Kommunikationsmittel bleiben bei verantwortlichen Erwachsenen.

Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen

Für Seniorinnen, Senioren und Menschen mit Beeinträchtigungen gibt es kein Standardmodell. Wichtiger als eine feste Liste ist eine individuelle Zusatzplanung entlang der tatsächlichen Bedürfnisse. Dazu gehören die Mobilität und – falls vorhanden – Rollator oder Rollstuhl, ein Ladegerät mit Reserveenergie für Geräte, Brille, Hörgeräte mit Batterien, eine Kommunikationshilfe, der Notfallausweis, die persönlichen Medikamente und gegebenenfalls Inkontinenzmaterial.

Ebenso wichtig sind die organisatorischen Fragen: Pflegekontakte, eine Assistenzperson, eine Übersetzungs- oder Symbolkarte, bei Bedarf ein kleines Ersatz- oder Reparaturset, die Transportmöglichkeit, die Haustür- und Aufzugssituation, ein Treffpunkt sowie behördliche oder kommunale Unterstützungswege. Diese Punkte klärt man am besten in Ruhe im Voraus, nicht im Ernstfall.

Der Rucksack ist dabei nicht automatisch die richtige Gepäckform. Für manche Personen sind ein Trolley, eine kleine Tasche am Rollator oder verteiltes Gepäck sinnvoller. Wie Sie Medizingeräte und Reserveenergie bei Stromausfall einplanen, ergänzt der zugehörige Ratgeber. Stimmen Sie die Planung mit Angehörigen, Pflege und behandelnden Stellen ab, damit im Ernstfall jede Rolle klar ist.

Haustiere bei einer Evakuierung mitdenken

Haustiere brauchen ein eigenes kleines Modul. Sinnvoll sind eine Transportbox oder eine sichere Leine mit Geschirr, Wasser und geeignete Nahrung, eventuelle Medikamente, Kotbeutel oder Einstreu, aktuelle Kontakt- und Tierarztdaten sowie Impf- und Tierunterlagen, soweit sie sinnvoll sind. Ein Foto und die Kennzeichnungsdaten können bei Verlust helfen, ebenso eine vertraute Decke oder ein kleines Tierzubehör zur Beruhigung.

Der entscheidende Punkt ist die Unterbringung. Sammelunterkünfte können unterschiedliche Regeln und Kapazitäten haben, und es gibt keine Garantie, dass Haustiere überall aufgenommen werden. Deshalb sollten Sie frühzeitig einen Alternativkontakt oder eine tiergeeignete Unterkunft einplanen – etwa Verwandte, Freunde oder eine Tierpension.

Wichtig bleibt: Kein Haustier ist ein Grund, eine Evakuierung zu verweigern. Planen Sie die Tierversorgung so, dass Sie bei einer angeordneten Räumung schnell und sicher handeln können, ohne Menschen zu gefährden.

Unterbringung vorab klären. Sammelunterkünfte können unterschiedliche Regeln und Kapazitäten haben; eine Aufnahme von Haustieren ist nicht garantiert. Planen Sie frühzeitig einen Alternativkontakt oder eine tiergeeignete Unterkunft. Ein Haustier ist nie ein Grund, eine Evakuierung zu verweigern.

Rucksack, Tasche oder Trolley – und wie Sie das Gewicht testen

Es gibt keine universelle Liter- oder Kilogrammfreigabe und keine geschlechtsspezifische Traggrenze. Ob 30 oder 40 Liter passen, ob acht oder zehn Kilogramm tragbar sind, entscheiden Körpergröße, Mobilität, Kraft, Erkrankung, Hilfsmittel, Treppen, Wetter und Weglänge – nicht eine Zahl auf dem Etikett. Ein Volumen ist eine Marktgröße, keine Norm. Häufig genügt ein vorhandener stabiler Alltags-, Schul-, Reise- oder Wanderrucksack.

Statt einer Kilogrammregel gilt der Tragetest: gefülltes Gepäck wiegen, mit der tatsächlich vorgesehenen Person anprobieren, Verschlüsse bedienen und Treppe, Tür sowie eine kurze Gehstrecke sicher testen. Ist das Gepäck zu schwer, reduzieren Sie es oder verteilen es auf mehrere Personen. Ein Rollentrolley kann für manche Personen helfen, ist auf Treppen, Trümmern, Wasser und unebenem Grund aber nicht immer geeignet.

Merksatz: Der richtige Rucksack ist der, den die vorgesehene Person gefüllt sicher bewegen kann. Eine Zahl auf dem Etikett ersetzt keinen Tragetest. Die folgende Tabelle vergleicht gängige Gepäckformen.

Tragetest statt Kilogrammregel. Wiegen Sie das gefüllte Gepäck und probieren Sie es mit der tatsächlich vorgesehenen Person an: Verschlüsse bedienen, Treppe, Tür und eine kurze Strecke sicher testen. Zu schweres Gepäck reduzieren oder verteilen. Eine Zahl auf dem Etikett ersetzt keinen Tragetest.

Rucksack, Tasche oder Trolley
Gepäckform Vorteil Grenze Geeignet für Testfrage
Tagesrucksack Leicht, überall verfügbar Wenig Volumen Single, kurze Wege Passt das Nötigste hinein?
Größerer Rucksack Beide Hände frei Kann schwer werden Aktive Erwachsene Sicher auf Treppen tragbar?
Reisetasche Viel Platz, flexibel Einseitige Last Kurzer Weg zum Fahrzeug Über die Schulter tragbar?
Rollentrolley Rollt auf ebenem Grund Nicht auf Trümmern, Treppen, Wasser Ebene Wege, weniger Kraft Auch ohne Rollen tragbar?
Rollator-Tasche Am Hilfsmittel befestigt Begrenztes Gewicht Mobilitätseingeschränkte Kippt der Rollator nicht?
Verteilte Module Last auf mehrere Personen Abstimmung nötig Familien, Gruppen Weiß jede Person, was sie trägt?

Was Sie erst beim Aufbruch ergänzen

Einige Dinge nutzen Sie täglich und können deshalb nicht dauerhaft im Rucksack liegen. Damit sie im Ernstfall nicht fehlen, gehören sie auf eine sichtbare Mitnahmeliste, die Sie beim Aufbruch abarbeiten. Dazu zählen Personalausweis oder Reisepass, die Gesundheitskarte, Geldkarten, Schlüssel, das Smartphone mit Ladekabel sowie täglich genutzte Medikamente. Den Impfpass nehmen Sie nur mit, wenn er im konkreten Szenario sinnvoll und griffbereit ist.

Der Trick ist, diese Liste gut sichtbar am oder im Rucksack zu befestigen. So müssen Sie im Stress nicht überlegen, was noch fehlt, sondern folgen einfach der Reihenfolge. Prüfen Sie beim Aufbruch auch kurz, ob Arzneimittel, die im Alltag verwendet werden, tatsächlich eingepackt sind.

Wichtig bleibt die Sicherheitsgrenze: Diese Mitnahmeliste gilt nur, wenn Sie den Rucksack ohne Umweg und ohne Gefahr erreichen. Bei Feuer oder Rauch hat das Verlassen des Gebäudes immer Vorrang. Die folgende Grafik zeigt die typischen Ergänzungen für den Aufbruch.

Grafik: beim Aufbruch ergänzen – Ausweis, Gesundheitskarte, Geldbörse, Smartphone, Schlüssel, täglich genutzte Medikamente
Beim Aufbruch ergänzen: Ausweis, Gesundheitskarte, Geldbörse, Smartphone, Schlüssel und tägliche Medikamente.

Fertig gefüllten Notfallrucksack kaufen oder selbst packen?

Ein fertig gefülltes Set kann Zeit sparen, ist aber nie vollständig. Es enthält typischerweise nicht Ihre persönlichen Medikamente, aktuelle Dokumente, die richtige Kleidung, passende Schuhe, den Kinder- oder Seniorenbedarf, individuelle Hilfsmittel, den Haustierbedarf, individuelle Nahrung, persönliche Ladegeräte oder aktuelle Kontaktkarten. Deshalb gilt das Self-add-Prinzip: Jedes Fertigset müssen Sie persönlich ergänzen.

Prüfen Sie ein Set vor dem Kauf sorgfältig. Achten Sie auf eine vollständige Inhaltsliste, Verfalls- und Prüfdaten, GPSR- und Wirtschaftsakteursangaben, den Rückrufstatus, die Lebensmittelkennzeichnung, Medizinproduktangaben, geprüfte Batterien und Powerbanks, eine Messer- und Rechtsprüfung sowie einen Gewichtstest. Formulierungen wie „komplett“, „für jeden Notfall“, „von der Bundesregierung empfohlen“, „BBK-konform“ oder „72 Stunden garantiert“ sind Warnsignale und keine amtlichen Aussagen. Wie Sie ein Multitool und das Messerrecht einordnen, hilft bei der Prüfung enthaltener Werkzeuge.

Selbst packen hat den Vorteil, dass alles zu Ihrem Haushalt passt und Sie jeden Gegenstand kennen. Ein Fertigset kann eine gute Grundlage sein – aber nur, wenn Sie es kritisch prüfen und persönlich ergänzen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Prüffelder.

Immer ergänzen. Kein Fertigset ist vollständig: Persönliche Medikamente, aktuelle Dokumente, passende Kleidung und Schuhe, Kinder-, Senioren- und Haustierbedarf fehlen fast immer. Prüfen Sie Inhalt, Gewicht und Rückrufstatus – und ergänzen Sie das Set persönlich, bevor Sie sich darauf verlassen.

Fertigset prüfen
Prüffeld Gute Angabe Warnsignal Persönliche Ergänzung nötig?
Inhalt Vollständige Liste „Komplett“ ohne Details Ja, Abgleich mit Bedarf
Gesamtgewicht Angegeben und getestet Keine Angabe Tragetest selbst machen
Lebensmittel Kennzeichnung, Haltbarkeit Kein Verfallsdatum Individuelle Nahrung ergänzen
Medikamente Meist nicht enthalten „Medizinisch komplett“ Immer persönlich ergänzen
Dokumente Platz für eigene Kopien Vorgefertigte Formulare Eigene Auswahl einlegen
Batterien Unbeschädigt, datiert Alt oder ungekennzeichnet Ladezustand prüfen
Powerbank Herstellerangaben Kein Rückrufstatus Selbst laden und prüfen
Erste Hilfe Datiert, vollständig Abgelaufen Persönliches ergänzen
Messer Klingenlos möglich Feststehende Klinge Rechtslage prüfen
GPSR Wirtschaftsakteur genannt Keine Angabe Vor Kauf prüfen
Claims Sachlich „BBK-konform“, „72h garantiert“ Kritisch bewerten
Rückrufe Kein offener Rückruf Betroffenes Produkt Vor Nutzung prüfen

Wo der Rucksack lagert und wie Sie ihn prüfen

Der Lagerort entscheidet mit, ob der Rucksack im Ernstfall hilft. Geeignet ist ein Platz innerhalb der Wohnung, nahe einem üblichen Ausgangsweg, trocken und für Erwachsene erreichbar, aber nicht von Kindern unbeaufsichtigt zugänglich. Alle relevanten Personen sollten den Ort kennen. Nicht geeignet sind der Keller bei Hochwasserrisiko, das heiße Auto, der Dachboden oder ein verschlossener Abstellraum, dessen Schlüssel erst gesucht werden muss.

Entscheidend ist außerdem: Der Rucksack darf keinen Fluchtweg blockieren. Er gehört nicht ins gemeinsame Treppenhaus, nicht als Hindernis in den Hausflur, nicht vor Türen und nicht neben Heizung oder Brandlast. Wählen Sie keinen Ort, der im häufigsten Gefahrenszenario zuerst unzugänglich wird.

Ein jährlicher vollständiger Check ist die AllesBereit-Routine – aber er allein reicht nicht. Prüfen Sie zusätzlich anlassbezogen. Die folgende Tabelle zeigt typische Anlässe und was jeweils zu tun ist.

Griffbereit, aber kein Hindernis. Lagern Sie den Rucksack trocken, innerhalb der Wohnung und nahe einem üblichen Ausgang – niemals so, dass er einen Fluchtweg blockiert. Nicht in den Keller bei Hochwasserrisiko, nicht ins heiße Auto und nicht in einen verschlossenen Raum, dessen Schlüssel erst gesucht werden muss.

Jahres- und Ereignischeck
Anlass Was prüfen? Wer ist zuständig? Was ersetzen?
Jährlicher Termin Gesamten Rucksack Verantwortliche Person Abgelaufenes und Defektes
Saisonwechsel Kleidung und Wärme Haushalt Winter- gegen Sommerkleidung
Medikamentenänderung Persönliche Arzneimittel Betroffene Person Alte gegen aktuelle Medikamente
Größenwechsel Kind Kinderkleidung und Schuhe Eltern Zu kleine Kleidung
Neue Telefonnummer Kontaktkarten Kontaktperson Alte Nummern
Neue Pflege- oder Mobilitätssituation Hilfsmittel, Gepäckform Angehörige/Pflege Nicht mehr passendes Zubehör
Neues Haustier Tiermodul Haushalt Fehlenden Tierbedarf ergänzen
Rückruf Batterien, Powerbank Verantwortliche Person Betroffene Produkte
Umzug Lagerort und Fluchtweg Haushalt Alten Lagerort neu wählen
Verbrauch Nahrung und Wasser Haushalt Abgelaufene Vorräte
Tatsächliche Evakuierung Alles neu bestücken Verantwortliche Person Verbrauchtes und Fehlendes

Was Sie nicht einpacken sollten

Manches gehört bewusst nicht in den Notfallrucksack. Dazu zählt der komplette Haushaltsvorrat: kein Zehn-Tage-Vorrat an Wasser und Lebensmitteln, kein großer Getränkevorrat und keine mehreren Liter Brauchwasser. Ebenso wenig gehören Brennstoffe, Gaskartuschen, Spiritus, Benzin, Grillkohle oder Feuerwerk hinein – im Standardrucksack sind sie ein Risiko, und Transport-, Brand- und Unterkunftsregeln können ihnen entgegenstehen. Kochen ohne Strom bleibt Sache des stationären Haushalts.

Nicht hinein gehören außerdem eine offene Passwortliste, PINs oder TANs, nicht automatisch alle Originaldokumente und nicht pauschal das einzige Testamentoriginal. Ein zugriffsbereites Messer ist kein Standard, und beschädigte oder ungeschützte Batterien und Akkus gehören ohnehin nicht in den Rucksack. Verzichten Sie auf große Wertbestände und auf alles, was den Rucksack unnötig schwer macht.

Und ganz wichtig für den Ernstfall: Bei Feuer, Rauch oder anderer unmittelbarer Gefahr suchen Sie nicht nach dem Rucksack. Der beste Rucksack nützt nichts, wenn Sie ihn nicht sicher erreichen. Menschen und Tiere gehen immer vor Gegenständen.

Der 30-Minuten-Start

Sie müssen nicht alles auf einmal erledigen. Beginnen Sie heute mit einer halben Stunde und einem stabilen Rucksack, den Sie ohnehin besitzen. Legen Sie die sechs Bereiche gedanklich nebeneinander und sammeln Sie in jedem Bereich das Wichtigste ein: ausgewählte Dokumentenkopien und eine Kontaktkarte, persönliche Medikamente in Originalverpackung, ein Radio mit Licht und Powerbank, eine gefüllte Trinkflasche mit etwas Nahrung ohne Kochen sowie Wechselkleidung und Hygiene.

Erstellen Sie dann die Mitnahmeliste für den Aufbruch – Ausweis, Gesundheitskarte, Geldbörse, Schlüssel, Smartphone und tägliche Medikamente – und befestigen Sie sie sichtbar am Rucksack. Machen Sie einen kurzen Tragetest mit der vorgesehenen Person und legen Sie den Rucksack an einen trockenen, gut erreichbaren Ort, der keinen Fluchtweg blockiert.

Alles Weitere – Familienmodule, Seniorenversion, Kinderkontaktkarte, Haustierbedarf – ergänzen Sie in Ruhe. Notieren Sie sich einen jährlichen Prüftermin, um Notgepäck und Vorsorge regelmäßig im Haushalts-Check zu prüfen. So ist Vorsorge Schritt für Schritt einfach erledigt.

Häufige Fragen

Was gehört in einen Notfallrucksack?

Das, was Sie beim kurzfristigen Verlassen der Wohnung wirklich brauchen: ausgewählte Dokumentenkopien mit Kontakten und etwas Bargeld, persönliche Medikamente und Hilfsmittel, ein Radio mit Licht und Energie, eine gefüllte Trinkflasche mit Nahrung ohne Kochen, Kleidung und Hygiene. Kinder, unterstützungsbedürftige Personen und Haustiere brauchen Zusätzliches. Ausweis, Gesundheitskarte, Geldbörse, Schlüssel und Smartphone ergänzen Sie erst beim Aufbruch. Der Rucksack bleibt so leicht, dass die vorgesehene Person ihn sicher tragen kann.

Was ist der Unterschied zwischen Notfallrucksack und Notgepäck?

Gemeint ist dasselbe. „Notfallrucksack“ ist der gebräuchliche Marktbegriff, „Notgepäck“ die sachlichere Bezeichnung, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe verwendet. Beide beschreiben ein tragbares Gepäck mit dem Nötigsten für eine vorübergehende Evakuierung. Es geht nicht um wochenlanges Überleben, sondern um die erste Zeit außerhalb der Wohnung. Wir nutzen hier „Notfallrucksack“, weil er verständlicher ist, meinen aber die ruhige Notgepäck-Logik des BBK.

Ist ein Fluchtrucksack dasselbe?

Inhaltlich oft ähnlich, im Ton aber anders. „Fluchtrucksack“ transportiert häufig einen Survival-, Krisen- oder Kriegston, der zu Prepper-Szenarien passt. AllesBereit denkt dagegen in ruhigen Alltagslagen wie Hochwasser, Brand, Gasleck oder einer angeordneten Räumung. Es geht nicht darum, zu Fuß in unbekanntes Gelände aufzubrechen oder im Wald zu überleben. Deshalb verwenden wir den Begriff „Fluchtrucksack“ nicht als Leitbegriff, sondern sprechen von tragbarem Notgepäck für eine vorübergehende Evakuierung.

Was empfiehlt das BBK für das Notgepäck?

Das BBK nennt im Notgepäck unter anderem Verpflegung für zwei Tage, eine Wasserflasche, Kleidung und Hygieneartikel für einige Tage, persönliche Medikamente, Erste Hilfe, ein Radio mit Batterien, eine Taschenlampe, Schlafsack oder Decke, eine FFP2-Maske sowie Hinweise für Kinder. Ausweis, Geld, Gesundheitskarte, Impfpass, Schlüssel und Smartphone nimmt man beim Aufbruch mit. Das ist eine öffentlich zugängliche Empfehlung – keine amtliche Vorgabe für ein bestimmtes Produkt oder eine feste Stundenzahl.

Empfiehlt die Bundesregierung einen 72-Stunden-Rucksack?

Nein, so pauschal nicht. Es gibt keine allgemeingültige amtliche „72-Stunden-Rucksacknorm“. Das BBK nennt Verpflegung für zwei Tage sowie Kleidung und Hygiene für einige Tage. Aussagen wie „von der Bundesregierung empfohlen“ oder „BBK-konform“ auf Verkaufsseiten sind keine amtlichen Bestätigungen. AllesBereit verwendet 48 bis 72 Stunden nur als private Planungsgröße – ausdrücklich als Planungsrahmen und nicht als Norm, Zertifizierung oder Garantie für autarke Selbstversorgung.

Für wie viele Tage sollte ich packen?

Für die Planung kann ein Zeitraum von etwa zwei bis drei Tagen hilfreich sein. Die aktuelle BBK-Liste nennt Verpflegung für zwei Tage, während Kleidung und Hygiene für einige Tage vorgesehen sind. Die genaue Dauer hängt von Warnlage, Unterbringung, Person und örtlichen Anweisungen ab. Orientieren Sie sich am tatsächlichen Bedarf Ihrer Haushaltsmitglieder statt an einer runden Stundenzahl. Kleinkinder, pflegebedürftige oder erkrankte Personen brauchen individuelle Mengen.

Was ist der Unterschied zwischen Notgepäck und Notvorrat?

Notgepäck wird mitgenommen, bleibt tragbar und überbrückt die erste Zeit außerhalb der Wohnung. Der Notvorrat bleibt zu Hause, ist umfangreicher und umfasst Wasser und Lebensmittel für möglichst zehn Tage nach BBK-Orientierung. Beide lösen verschiedene Aufgaben und sollten nicht vermischt werden. Der Notfallrucksack ersetzt keinen Haushaltsvorrat. Verlagern Sie deshalb weder den kompletten Getränkevorrat noch die gesamte Hausapotheke oder den vollständigen Notfallordner in den Rucksack.

Wie viel Wasser gehört in den Rucksack?

Als Basis reicht eine gefüllte, auslaufsichere Trinkflasche pro tragfähiger Person. Es gibt keine starre Regel wie zwei Liter pro Person und Tag, weil Wasser schwer ist und die Tragbarkeit schnell dominiert. Zusätzliche Menge planen Sie nach Person, Wetter, Strecke, Fahrzeug und örtlicher Lage; Kleinkinder und Erkrankte individuell. Eine leere Faltflasche kann ergänzen. Wasser aus unbekannter Quelle ist ohne fachgerechte Aufbereitung nicht automatisch trinkbar.

Wie schwer darf ein Notfallrucksack sein?

Es gibt keine universelle oder geschlechtsspezifische Gewichtsgrenze. Was tragbar ist, entscheiden Körpergröße, Mobilität, Kraft, Erkrankung, Hilfsmittel, Treppen, Wetter und Weglänge. Der richtige Rucksack ist der, den die vorgesehene Person gefüllt sicher bewegen kann. Machen Sie einen Tragetest: gefülltes Gepäck wiegen, mit der vorgesehenen Person anprobieren, Verschlüsse bedienen und Treppe, Tür sowie eine kurze Strecke testen. Zu schweres Gepäck reduzieren oder auf mehrere Personen verteilen.

Welche Rucksackgröße ist sinnvoll?

Es gibt keine feste Liternorm. Ein Volumen ist eine Marktgröße, keine amtliche Vorgabe. Häufig genügt ein vorhandener stabiler Alltags-, Schul-, Reise- oder Wanderrucksack. Wichtiger als die Literzahl ist, dass die vorgesehene Person das gefüllte Gepäck sicher bewegen kann. Entscheiden Sie über den Tragetest, nicht über die Zahl auf dem Etikett. Wenn zu viel hineinpasst, besteht sogar das Risiko, den Rucksack zu überladen.

Braucht jede Person einen eigenen Rucksack?

Nicht zwingend. Sinnvoller als „ein Rucksack pro Person“ ist die Unterscheidung zwischen persönlicher und geteilter Ausrüstung. Persönlich sind Medikamente, Brille oder Hörhilfe, Kleidung, Hygiene, Kontaktkarte, ausgewählte Kopien, individuelle Nahrung und eine kleine Wasserflasche. Geteilt werden Radio, Erste Hilfe, Dokumententasche, Ladezubehör und Zusatzlicht. So verteilt sich das Gewicht sinnvoll. Kinder tragen nur leichte, nicht kritische Dinge; Kritisches bleibt bei Erwachsenen.

Was wird in einer Familie geteilt?

Gemeinsam genutzt und im Haushalt verteilt werden das Radio, Erste-Hilfe-Material, die Dokumententasche, Ladezubehör, zusätzliche Beleuchtung, größere Hygieneteile, Decke oder Schlafsack je nach Unterbringungsplan sowie der Tierbedarf. Persönlich bleibt, was zur einzelnen Person gehört: Medikamente, Kleidung, Hygiene, Kontaktkarte und individuelle Nahrung. Wichtig ist, festzuhalten, wer was trägt. Lebenswichtige Medikamente, zentrale Dokumente und Kommunikationsmittel bleiben immer bei verantwortlichen Erwachsenen.

Was gehört für Kinder hinein?

Passende Kleidung, eine datensparsame Kontaktkarte und ein vertrauter Gegenstand wie ein kleines Kuscheltier, ein Malblock oder ein Kartenspiel. Alles bleibt klein und leicht, ohne laute elektronische Spielsachen und ohne offene Kleinteile für Kleinkinder. Ein vertrauter Gegenstand hilft beim Beruhigen und ist kein Luxus. Kinder tragen nur leichte, nicht kritische Dinge. Lebenswichtige Medikamente, zentrale Dokumente und Kommunikationsmittel bleiben bei verantwortlichen Erwachsenen.

Welche Daten gehören auf die Kinderkontaktkarte?

Möglichst wenige: der Name des Kindes, zwei aktuelle Kontaktpersonen mit Mobilnummern und – nur wenn bestätigt und erforderlich – ein wichtiger Allergie- oder medizinischer Hinweis. Ein Treffpunkt oder Familiencode nach eigenem Plan kann sinnvoll sein. Die Wohnanschrift bleibt möglichst verdeckt. Nicht darauf gehören ein Foto ohne Notwendigkeit, die Schule, Tagesabläufe, Passwörter oder vollständige Familiendaten. Tragen Sie die Karte geschützt oder verdeckt. Sie ersetzt keine Aufsicht.

Was gehört für Senioren hinein?

Es gibt kein Standardmodell, sondern eine individuelle Zusatzplanung: Mobilität, gegebenenfalls Rollator oder Rollstuhl, Ladegerät mit Reserveenergie, Brille, Hörgeräte mit Batterien, Kommunikationshilfe, Notfallausweis, persönliche Medikamente und eventuell Inkontinenzmaterial. Dazu Pflegekontakte, eine Assistenzperson, eine Symbolkarte, Transportmöglichkeit, Haustür- und Aufzugssituation sowie ein Treffpunkt. Klären Sie das in Ruhe im Voraus und stimmen Sie die Planung mit Angehörigen, Pflege und behandelnden Stellen ab.

Ist ein Trolley besser als ein Rucksack?

Das hängt von der Person und den Wegen ab. Ein Rollentrolley kann helfen, wenn wenig Kraft vorhanden ist und die Wege eben sind. Auf Treppen, Trümmern, unebenem Grund oder im Wasser ist er aber nicht immer geeignet. Ein Rucksack lässt beide Hände frei, kann jedoch schwer werden. Für manche Personen sind eine kleine Tasche am Rollator oder verteiltes Gepäck sinnvoller. Entscheidend ist ein Tragetest mit der vorgesehenen Person.

Was brauchen Menschen mit Rollstuhl oder Rollator?

Vor allem eine auf das Hilfsmittel abgestimmte Gepäcklösung – etwa eine kleine, sicher befestigte Tasche, die den Rollator nicht kippen lässt, oder verteiltes Gepäck mit einer Assistenzperson. Wichtig sind außerdem Reserveenergie für Geräte, Ersatzteile oder ein kleines Reparaturset nach Bedarf, Medikamente, Kommunikationshilfe und geklärte Transport- und Aufzugssituation. Der Rucksack ist hier nicht automatisch die richtige Form. Planen Sie Wege, Treffpunkt und Unterstützung frühzeitig mit Angehörigen und Pflege.

Welche Medikamente gehören hinein?

Die aktuellen persönlichen Medikamente in Originalverpackung oder eindeutig beschriftet, mit einem aktuellen Medikamentenplan. Die mitgenommene Menge stimmen Sie mit Ihrer behandelnden Stelle und der Apotheke ab. Besondere Situationen wie Kühlung, Injektionen, Sauerstoff oder Pumpen planen Sie individuell. AllesBereit gibt keine Dosierung vor und empfiehlt nicht, Arzneimittel zwischen Personen zu teilen. Achten Sie auf Verfallsdatum und Rotation und ersetzen Sie Medikamente beim Jahrescheck.

Gehört die ganze Hausapotheke hinein?

Nein. In den Rucksack gehören nur die persönlichen Medikamente, die die betreffende Person tatsächlich braucht, plus ein kleines Erste-Hilfe-Material als geteilte Ausrüstung. Die vollständige Hausapotheke bleibt zu Hause – sie gehört zur stationären Haushaltsvorsorge, nicht ins tragbare Notgepäck. Trennen Sie Hausapotheke und persönliche Medikamente bewusst. So bleibt der Rucksack leicht, und die Medikamente sind eindeutig der richtigen Person zugeordnet.

Welche Dokumente gehören in den Rucksack?

Nur eine Auswahl: ausgewählte Kopien, eine Notfallübersicht, eine Kontaktliste, der Medikamentenplan und Fundort-Hinweise, dazu eine verschlüsselte digitale Zusatzkopie. Nutzbare Ausfertigungen nehmen Sie nur nach individueller Prüfung hinzu. Nicht hinein gehören eine offene Passwortliste, PINs oder TANs und nicht automatisch alle Originale. Der vollständige, stationäre Notfallordner bleibt geschützt zu Hause. Ausweis und Gesundheitskarte nehmen Sie erst beim Aufbruch mit.

Gehört das Testament hinein?

Nicht pauschal. Ein einziges Testamentoriginal sollten Sie nicht ungeprüft in den Rucksack legen, weil es dort verloren gehen oder beschädigt werden kann. Wichtiger sind Fundort-Hinweise und, falls sinnvoll, geprüfte Kopien. Klären Sie individuell, welche Ausfertigungen tatsächlich mitgenommen werden. Der vollständige Notfallordner mit den Originalen bleibt geschützt zu Hause. So bündeln Sie die wichtigsten Informationen, ohne unersetzliche Originale unnötig dem Verlustrisiko auszusetzen.

Brauche ich ein Radio?

Ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio ist sehr sinnvoll, weil es Sie auch erreicht, wenn Mobilfunk und Internet gestört sind. Das BBK nennt ein Radio mit Batterien im Notgepäck. Verlassen Sie sich nicht allein auf das Smartphone als einzige Informationsquelle. Achten Sie auf Ersatzbatterien und einen geprüften Ladezustand. Ein Kurbel- oder DAB-Notfallradio hält auch ohne Steckdose lange durch und liefert amtliche Warnmeldungen und Verhaltenshinweise.

Brauche ich eine Powerbank?

Eine geladene Powerbank hält das Smartphone länger einsatzbereit und ist deshalb empfehlenswert. Wichtig ist der sichere Umgang: nur unbeschädigte Produkte verwenden, Herstellerhinweise beachten, Kontakte gegen Kurzschluss schützen und den Ladezustand regelmäßig prüfen. Lagern Sie sie nicht bei Hitze, Frost oder Feuchte und prüfen Sie den Rückrufstatus. Aufgeblähte, beschädigte oder auffällig heiße Akkus verwenden Sie nicht. Kennzeichnen Sie passende Kabel, damit im Ernstfall nichts fehlt.

Gehört eine FFP2-Maske hinein?

Sie kann sinnvoll sein und wird vom BBK genannt. Eine FFP2-Maske ist eine partikelfiltrierende Halbmaske, die je nach Lage gegen Partikel und infektiöse Aerosole helfen kann. Achten Sie auf Dichtsitz, Passform, Haltbarkeit und trockene Lagerung; ein Bart kann den Sitz beeinträchtigen. Für Kinder ist eine individuelle, passende Lösung nötig. Wichtig ist, ihre Grenzen zu kennen: Sie ist kein allgemeiner Gefahrstoffschutz und kein Fluchtgerät für Brandrauch.

Schützt FFP2 bei Rauch oder Chemieunfall?

Nein, nicht allgemein. Eine FFP2-Maske ist ein Partikelfilter. Sie schützt nicht vor Gasen, Dämpfen, Sauerstoffmangel oder jeder chemischen Gefahr und ist kein Fluchtgerät für Brandrauch. Fliehen Sie niemals durch verrauchte Bereiche, nur weil eine Maske vorhanden ist. Sie ersetzt außerdem keine behördliche Schutzanweisung und keine CBRN-Ausrüstung. Bei Rauch oder Gefahrstoffen zählt, den Bereich sofort zu verlassen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen.

Brauche ich ein Taschenmesser?

Nein, ein Messer ist kein Pflichtbestandteil. Das BBK nennt zwar Dosenöffner und Taschenmesser, doch als Standard genügt ein manueller Dosenöffner ohne Klinge oder ein klingenloses Multitool. Seit den Änderungen des Waffengesetzes gelten zusätzliche Verbote und Kontrollen. Ein zugriffsbereites Messer als Standard ist nicht sinnvoll, und in Kinder- oder Seniorentaschen gehört keine Klinge. Der Notfallrucksack hat keine Selbstverteidigungsfunktion. Prüfen Sie im Zweifel die örtliche Rechtslage.

Darf ich ein Multitool im Zug mitnehmen?

Das ist rechtlich heikel und keine pauschale Freigabe. § 42a WaffG erfasst unter anderem Einhandmesser und feststehende Messer mit Klingenlänge über zwölf Zentimeter; die §§ 42 und 42b enthalten weitergehende Verbote, etwa für Veranstaltungen und den öffentlichen Personenfernverkehr. „Unter zwölf Zentimeter“ bedeutet nicht automatisch überall erlaubt. Prüfen Sie örtliche Verbotszonen und Hausordnungen. Ein klingenloses Werkzeug ist oft die unkompliziertere Wahl. Dies ist keine Rechtsberatung.

Welche Nahrung ist sinnvoll?

Möglichst ohne Kochen nutzbar, leicht und haltbar – zum Beispiel Riegel, Trockenobst, Kekse oder Konserven mit einem klingenlosen Dosenöffner. Denken Sie an individuelle Bedürfnisse, etwa bei Kindern oder besonderen Ernährungsformen. Der große Lebensmittelvorrat bleibt als Haushaltsvorrat zu Hause und wandert nicht in den Rucksack. Ein tragbarer Kocher ist kein Pflichtbestandteil des Notgepäcks. So bleibt die Nahrung tragbar und in der ersten Zeit außerhalb der Wohnung nutzbar.

Brauche ich Kocher oder Gaskartusche?

Nein. Ein tragbarer Kocher ist kein Pflichtbestandteil des Notgepäcks, und Gaskartuschen, Spiritus, Benzin, Grillkohle oder Brennpaste gehören nicht in den Standardrucksack. Transport-, Brand- und Unterkunftsregeln können ihnen entgegenstehen, und in Sammelunterkünften ist eine Nutzung ohne ausdrückliche Freigabe nicht zulässig. Wählen Sie stattdessen Nahrung, die ohne Kochen auskommt. Das Kochen ohne Strom ist Sache des stationären Haushalts und wird in eigenen Ratgebern behandelt.

Was gehört für Haustiere hinein?

Ein eigenes kleines Modul: eine Transportbox oder sichere Leine mit Geschirr, Wasser und geeignete Nahrung, eventuelle Medikamente, Kotbeutel oder Einstreu, aktuelle Kontakt- und Tierarztdaten sowie Impfunterlagen, soweit sinnvoll. Ein Foto und Kennzeichnungsdaten helfen bei Verlust, eine vertraute Decke beim Beruhigen. Wichtig: Klären Sie die Unterbringung vorab, denn Sammelunterkünfte nehmen Tiere nicht immer auf. Planen Sie frühzeitig einen Alternativkontakt. Ein Haustier ist nie ein Grund, eine Evakuierung zu verweigern.

Wo lagere ich den Rucksack?

Innerhalb der Wohnung, nahe einem üblichen Ausgangsweg, trocken und für Erwachsene erreichbar, aber nicht von Kindern unbeaufsichtigt zugänglich. Alle relevanten Personen sollten den Ort kennen. Nicht geeignet sind der Keller bei Hochwasserrisiko, das heiße Auto, der Dachboden oder ein verschlossener Raum, dessen Schlüssel erst gesucht werden muss. Der Rucksack darf keinen Fluchtweg blockieren – also nicht ins Treppenhaus, nicht vor Türen und nicht neben eine Brandlast.

Wie oft muss ich ihn prüfen?

Einmal jährlich vollständig als feste Routine – und zusätzlich anlassbezogen. Prüfen Sie nach einer Medikamentenänderung, nach Verbrauch, nach einem Umzug, bei neuer Pflege- oder Mobilitätssituation, bei neuer Telefonnummer, nach einem Kleidungsgrößenwechsel, saisonal vor Winter oder Hitze, nach einem Batterierückruf, bei abgelaufener Nahrung, nach Änderung der Tierhaltung und nach einer tatsächlichen Evakuierung. So bleibt der Rucksack aktuell, statt einmal gepackt und dann vergessen zu werden.

Fertig gefüllt kaufen oder selbst packen?

Ein Fertigset kann Zeit sparen, ist aber nie vollständig. Persönliche Medikamente, aktuelle Dokumente, passende Kleidung und Schuhe, Kinder-, Senioren- und Haustierbedarf fehlen fast immer. Prüfen Sie vor dem Kauf Inhaltsliste, Verfalls- und Prüfdaten, GPSR-Angaben, Rückrufstatus, Batterien und das Gesamtgewicht. Selbst packen hat den Vorteil, dass alles zu Ihrem Haushalt passt. Wenn Sie ein Set kaufen, ergänzen Sie es immer persönlich, bevor Sie sich darauf verlassen.

Ist ein Fertigset von der Bundesregierung empfohlen?

Nein. Formulierungen wie „von der Bundesregierung empfohlen“, „BBK-konform“ oder „72 Stunden garantiert“ sind keine amtlichen Bestätigungen, sondern Werbeaussagen. Es gibt keine amtliche Produktfreigabe für Notfallrucksäcke. Bewerten Sie solche Claims kritisch und prüfen Sie stattdessen sachliche Angaben wie Inhaltsliste, Gewicht, Verfallsdaten und Rückrufstatus. Ein gutes Set erkennt man an transparenten Angaben und nicht an amtlich klingenden Versprechen. Ergänzen müssen Sie es ohnehin persönlich.

Was muss ich erst beim Aufbruch ergänzen?

Dinge, die Sie täglich nutzen und deshalb nicht dauerhaft im Rucksack liegen können: Personalausweis oder Reisepass, Gesundheitskarte, Geldkarten, Schlüssel, Smartphone mit Ladekabel und täglich genutzte Medikamente. Den Impfpass nur, wenn er im konkreten Szenario sinnvoll und griffbereit ist. Befestigen Sie diese Mitnahmeliste gut sichtbar am Rucksack. Sie gilt nur, wenn Sie den Rucksack ohne Umweg und ohne Gefahr erreichen – bei Feuer oder Rauch hat das Verlassen Vorrang.

Darf ich den Rucksack bei einem Brand noch holen?

Nur, wenn er ohne Umweg auf Ihrem normalen Fluchtweg liegt und keine Verzögerung verursacht. Bei Brand oder Rauch verlassen Sie das Gebäude sofort, warnen andere und rufen die 112. Suchen Sie nicht nach dem Rucksack, gehen Sie nicht in verrauchte Räume oder Treppenhäuser zurück und holen Sie ihn nicht aus einem gefährdeten Bereich. Menschen und Tiere gehen immer vor Gegenständen. Kein Rucksack ist ein Menschenleben wert.

Ruhiger Abschluss

Ein Notfallrucksack ist kein großes Projekt und kein Krisenlager. Er bündelt ruhig und geordnet die persönlichen Dinge, die Sie bei einer kurzfristigen Evakuierung ohne langes Suchen mitnehmen – tragbar, aktuell und an einem Ort, der keinen Fluchtweg blockiert. Persönliche Medikamente, ausgewählte Dokumente und Hilfsmittel machen ihn zu Ihrem Rucksack. Der Notfallrucksack ersetzt keinen Haushaltsvorrat, und bei unmittelbarer Gefahr geht Ihre Sicherheit immer vor. So bleibt Vorsorge einfach erledigt – Ordnung statt Sorge.

Passend dazu: Hochwasser und Starkregen in drei Schritten vorbereiten.

Quellen & Stand

Stand: 14.07.2026. Diese Packliste ist eine private Organisationshilfe, orientiert an öffentlich zugänglichen BBK-Empfehlungen. Sie ist keine amtliche Vorgabe und ersetzt keine behördlichen Anweisungen, medizinische Beratung oder individuelle Evakuierungsplanung. Rechts-, Verfügbarkeits- und Empfehlungsangaben werden regelmäßig geprüft und können sich ändern; die Angabe „48 bis 72 Stunden“ ist ein AllesBereit-Planungsrahmen und keine amtliche Dauer.

  • Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Wenn es schnell gehen muss: Das Notgepäck – Verpflegung für zwei Tage, Wasserflasche, Kleidung und Hygiene für einige Tage, FFP2-Maske, Kinderhinweise sowie die beim Aufbruch mitzunehmenden Dinge.
  • Waffengesetz: § 42a WaffG (unter anderem Einhandmesser und feststehende Messer über zwölf Zentimeter Klingenlänge), § 42 WaffG und § 42b WaffG (Veranstaltungen, öffentlicher Personenfernverkehr, Verbotszonen). Keine Rechtsberatung.
  • gesund.bund.de: Notrufnummern und Bereitschaftsdienst – bei unmittelbarer Gefahr gilt immer die 112.

Notgepäck und Haushaltsvorrat lösen zwei verschiedene Aufgaben: Der Notfallrucksack ersetzt keinen Haushaltsvorrat. Bei unmittelbarer Gefahr verlassen Sie den Bereich sofort und nehmen den Rucksack nur mit, wenn er ohne Umweg erreichbar ist.